Verbotenes Manöver : Soldat wird Weinflasche in voller Fahrt gereicht
Aktualisiert

Verbotenes Manöver Soldat wird Weinflasche in voller Fahrt gereicht

In einem Video schmuggelt ein Soldat über die Strasse eine Weinflasche in ein Armeefahrzeug. Laut Armee ist das ein Verstoss.

von
bz

Offenbar mitten auf der Autobahn reicht ein Beifahrer durch sein Fenster einem Soldaten in einem Armeefahrzeug eine Flasche Wein. (Leser-Reporter)

Party machen ist im Militärdienst strengstens verboten. Ein Beifahrer eines Lieferwagens schien Soldaten der Schweizer Armee den Alltag etwas versüssen zu wollen, wie ein Video zeigt: Offenbar mitten auf der Autobahn reicht er durch sein Fenster einem Soldaten in einem Armeefahrzeug eine Flasche Wein.

Dabei lehnt sich der Soldat aus seinem Fahrzeug. Lachend und mit Zigarette im Mund nimmt er die Trophäe entgegen. Gelächter im Hintergrund verrät, dass seine Kameraden im Fahrzeug ebenfalls sichtlich Spass an der Aktion haben. Das Video kursiert laut Leser I. S.* zurzeit auf Whatsapp. «Ein Kollege, der das Video von einem anderen bekommen hatte, schickte es mir weiter», sagt der 28-Jährige.

Disziplinarische Strafe droht

Unklar ist bislang, wann und wo sich die Szene abgespielt hat. Armeesprecher Daniel Reist hat keine Kenntnisse von dem Video. «Die Handlung ist seitens der Zivilperson gut gemeint», sagt er. Diese sei aber gefährlich und verstosse gegen die Dienstvorschriften. Es sei nicht erlaubt, sich während der Fahrt zu erheben und in dieser Art aus dem Fenster zu lehnen.

Auch weist Reist darauf hin, dass das Rauchen auf Militärfahrzeugen verboten sei. Könnte der Verantwortliche eruiert werden, müsste er mit einer disziplinarischen Strafe rechnen.

Hinauslehnen verboten

Das Strassenverkehrsrecht verbietet das Hinauslehnen aus fahrenden Motorfahrzeugen, wie Astra-Sprecher Guido Bielmann festhält. Zudem dürfen keine Gegenstände zum Fahrzeug hinausgehalten oder hinausgeworfen werden.

«Insofern haben sowohl der Beifahrer des LKWs als auch der Soldat eine Verkehrsregel verletzt», sagt Bielmann. Das Strafmass werde durch den Richter unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls festgelegt.

*Name der Redaktion bekannt.

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