Aktualisiert 30.06.2009 11:01

MilitärunfallSoldat wird zur Kasse gebeten

Der Fahrer einer Panzerhaubitze muss 3190 Franken an die Kosten eines von ihm verursachten Unfalls zahlen.

Er war vor Bière (VD) viel zu schnell in eine Kurve gefahren und handelte damit laut Bundesverwaltungsgericht grobfahrlässig. Der damals 20-Jährige war am 3. August 2006 am Steuer einer Panzerhaubitze M109 als Letzter in einer Sechsergruppe von der Waadtländer Ortschaft Ballens Richtung Bière unterwegs gewesen. Als er auf einer Kreuzung mit Tempo 50 bis 55 eine 90-Grad-Kurve fahren wollte, rutschte die Panzerhaubitze von der Strasse und kippte im Gelände um.

319 000 Franken Schaden

Die fünf Mitfahrer im Gefährt wurden unterschiedlich stark verletzt, die Haubitze stark beschädigt. Die Gesamtkosten des Sach- und Personenschadens betrugen 319'000 Franken. Die Militärjustiz sprach den Fahrer 2008 der fahrlässigen Körperverletzung schuldig.

Das Schadenszentrum des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auferlegte ihm zudem einen Anteil von 3190 Franken der Schadenskosten. Zu Recht, wie nun das Bundesverwaltungsgericht auf Beschwerde des Fahrers bestätigt hat.

Die Richter in Bern teilen die Auffassung des VBS, dass der Fahrer grobfahrlässig gehandelt und elementarste Sicherheitsgebote nicht beachtet hat. Laut dem Urteil wäre in der Kurve eine Geschwindigkeit von 30 bis 35 Stundenkilometern angemessen gewesen.

Strecke gekannt

Wegen dem überhöhten Tempo sei er nicht mehr in der Lage gewesen, die Haubitze zu beherrschen. Hinzu komme, dass er die Strecke an dem Tag bereits zehn Mal befahren und die Örtlichkeiten somit gekannt habe. Der Boden sei feucht und rutschig gewesen.

Dem Fahrer habe auch bewusst sein müssen, dass die Folgen einer Tempoüberschreitung mit einer Panzerhaubitze weit verheerender seien als mit einem Personenwagen. Schliesslich sei auch der Regressbetrag von einem Prozent nicht zu beanstanden. Das Urteil kann noch beim Bundesgericht angefochten werden. (sda)

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