GSOA EMPÖRT: Soldaten an Euro mit durchgeladener Waffe
Aktualisiert

GSOA EMPÖRTSoldaten an Euro mit durchgeladener Waffe

Bis zu 25 Prozent der Soldaten, die während des Fussballspektakels Dienst leisten, werden dies mit ihrer durchgeladenen Dienstwaffe und Pfefferspray tun. Die Gruppe Schweiz ohne Armee ist entsetzt und befürchtet Unfälle beim Aufeinandertreffen mit Hooligans.

Über die Bewaffnung von Armeeangehörigen bei der Euro 2008 entscheiden die zivilen Behörden. Die Armee leiste keinen Ordnungsdienst, hält der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Nationalrat Josef Lang (Grüne/ZG) fest.

Laut Bundesrat tragen die zivilen Behörden bei einem Assistenzdienst der Armee die Einsatzverantwortung. Dazu gehöre auch der Entscheid über einen bewaffneten Einsatz. Lang hatte sich danach erkundigt, ob der Bundesrat zum Verzicht auf bewaffnete Armeeangehörige an der Euro 2008 bereit sei.

Im direkten Umfeld der Stadien, an zentralen Orten in den Innenstädten sowie auf Bahnhöfen und Flughäfen werde ein direkter Kontakt uniformierter Armeeangehöriger mit Besuchern und Besucherinnen der Euro 2008 wenn immer möglich vermieden, schreibt der Bundesrat.

Armee ab Montag

Bei der Armee ist am Montag Anpfiff, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Freitagabend mitteilte. Aufgeboten sind gegen 10 000 Armeeangehörige für Sicherungs- und Unterstützungseinsätze. Nach dem Einrücken beginnt die Ausbildung speziell für den Einsatz.

Erste Wehrleute sind bereits seit Anfang April im Einsatz und haben nach VBS-Angaben 7000 Diensttage geleistet. An der Euro wird die Armee bei logistischen Aufgaben, zur Unterstützung von Polizei und Grenzwachtkorps, für Materiallieferungen sowie Spezialaufgaben eingesetzt.

75 Prozent der bis maximal 15 000 einsetzbaren Armeeangehörigen können ihren Dienst ohne Waffe leisten. Je nach Absprache mit den zivilen Auftraggebern gehört zum Einsatz die Bewachung ziviler Objekte mit durchgeladener Waffe. Die Bewaffneten erhalten darüberhinaus auch einen Reizgasspray.

GSoA entsetzt

Die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) reagierte in einem Communiqué «mit Entsetzen». Die Wehrleute würden nicht nur bewaffnet, sondern mit «durchgeladener Waffe» im Einsatz sein.

Milizsoldaten seien für innere Einsätze viel schlechter ausgebildet als Polizeikräfte. «Undenkbar, was passieren kann, wenn Amateure mit durchgeladenen Waffen mit alkoholisierten und ausser Kontrolle geratenen Hooligans konfrontiert werden», schreibt die GSoA. (sda)

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