Aktualisiert 20.11.2011 19:35

Kampf gegen Al-Schabab

Soldaten marschieren in Somalia ein

Augenzeugen berichteten, dass hunderte äthiopische Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen die somalischen Grenzen überschritten, um gegen die Al-Schabab-Miliz zu kämpfen. Äthiopien bestreitet dies.

Auch Soldaten der Afrikanischen Union sind in Somalia stationiert, um gegen die Al-Schabab-Miliz vorzugehen.

Auch Soldaten der Afrikanischen Union sind in Somalia stationiert, um gegen die Al-Schabab-Miliz vorzugehen.

Äthiopische Streitkräfte sind nach Angaben von Augenzeugen am Wochenende erneut in Somalia einmarschiert. Ein Augenzeuge berichtete am Telefon, mehrere hundert Soldaten hätten mit Lastwagen und teilweise in gepanzerten Fahrzeugen die Grenzen zum Süden und Zentrum des Nachbarlandes passiert.

Stammesälteste an verschiedenen Orten berichteten von Truppenbewegungen in Gebieten bis zu 50 Kilometer hinter der äthiopischen Grenze in der Region Galgudud. Dort sollen sich Anhänger der radikalislamischen Al-Schabab-Miliz und regierungstreue Kämpfer aufhalten.

Äthiopien dementiert

Ein Sprecher des äthiopischen Aussenministeriums dementierte die Angaben und erklärte, ein solcher Einsatz der äthiopischen Streitkräfte sei «Spekulation». «Es sind absolut keine Soldaten in Somalia», sagte Dina Mufti.

In den vergangenen Jahren waren äthiopische Truppen mehrfach in Somalia einmarschiert, um die somalische Übergangsregierung im Kampf gegen Aufständische der Schabab-Miliz zu unterstützen. Im August 2009 hatten schwerbewaffnete äthiopische Soldaten die Grenze zu Somalia überschritten.

Somalischer Kulturverein kritisiert Intervention

Der Präsident des Somalischen Kulturvereins, Bashir Gobdon, kritisierte die Intervention Äthiopiens im Nachbarland. Sie sei kontraproduktiv, statt die Islamisten zu schwächen, werde sie erneut das Gegenteil bewirken, sagte er am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zuletzt griff auch die kenianische Armee auf somalischem Staatsgebiet ein, nachdem mutmassliche Mitglieder der Schabab-Miliz mehrere Ausländer in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt hatten. Die radikalislamische Miliz wies eine Verantwortung für die Entführungen zurück.

Bei der Militäroffensive kamen bisher insgesamt acht kenianische Soldaten ums Leben. Cyrus Oguna, Oberst der kenianischen Armee, sagte am Samstag vor Journalisten, drei der Soldaten seien von somalischen Extremisten erschossen worden. Fünf weitere Soldaten kamen bei einem Helikopterabsturz zu Beginn der Offensive vor einem Monat ums Leben.

(sda)

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