Lageberichte mit Bibelzitaten: Soldaten sind «keine christlichen Kreuzritter»
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Lageberichte mit BibelzitatenSoldaten sind «keine christlichen Kreuzritter»

Das Pentagon liefert dem US-Präsidenten jeden Tag einen Lagebericht. Auf dessen Frontseite prangte bis vor kurzem ein täglich wechselndes Bibelzitat – sie sollten dem damaligen Präsidenten Bush Kraft spenden. Doch damit ist nun Schluss.

Das US-Verteidigungsministerium verzichtet nach eigenen Angaben inzwischen darauf, seinem täglichen Lagebericht Zitate aus der Bibel voranzustellen. Das sagte Pentagon-Sprecher Bryan Whitman am Montag in Washington. Zuvor hatte das Magazin «GQ» in seiner Juni-Ausgabe berichtet, unter der Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush seien auf der Titelseite der vertraulichen Berichte vor allem zur Zeit des Irak-Kriegs Bibelzitate zu lesen gewesen.

Die Zitate hätten Bush offenbar in einer Zeit Kraft spenden sollen, in der immer mehr US-Soldaten im Irak getötet wurden, hiess es in dem «GQ»-Bericht. Mindestens ein muslimischer Mitarbeiter des Pentagon sowie weitere Beschäftigte hätten diese Praxis aber als unangemessen kritisiert.

«Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes …»

Im «Worldwide Intelligence Update» vom 10. April 2003 wurde laut «GQ» aus Psalm 33 zitiert: «Siehe, des Herrn Auge sieht auf die, die ihn fürchten, ... dass er ihre Seele errette vom Tode.» In dem Papier waren dann Fotos vom Sturz der Saddam-Hussein-Statue und von jubelnden Irakern zu sehen. Zwei Wochen zuvor war über dem Foto eines durch die Wüste fahrenden US-Panzers der Epheser-Vers zu lesen: «Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt.»

Die Organisation Americans United for Separation of Church and State kritisierte die Praxis scharf. US-Soldaten seien «keine christlichen Kreuzritter, und sie sollten nicht als solche dargestellt werden», sagte der stellvertretender Direktor der Organisation, Barry W. Lynn. «Den Irak-Konflikt als eine Art Heiligen Krieg darzustellen, ist schlichtweg skandalös.» (dapd)

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