Plünderungen im Südsudan: Soldaten tragen geklaute Unicef-Rucksäcke
Aktualisiert

Plünderungen im SüdsudanSoldaten tragen geklaute Unicef-Rucksäcke

Unicef in Sorge: Soldaten haben die Lager des Kinderhilfswerks geplündert. Jetzt sind Bilder von Soldaten mit blauen Unicef-Rucksäcken aufgetaucht.

Die Soldaten mit den blauen Unicef-Rucksäcken.

Die Soldaten mit den blauen Unicef-Rucksäcken.

Regierungstruppen im Südsudan plündern nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks Unicef Lager mit Schulmaterial für Kinder in dem Krisenland. Unicef äusserte am Montag «grosse Sorge» angesichts von Plünderungen, bei denen auch Schultaschen gestohlen würden.

Anlass waren Fotos, auf denen schwerbewaffnete Soldaten mit blauen Unicef-Beuteln über der Schulter zu sehen waren. Auf den Beuteln prangte der Aufdruck: «Zurück in die Schule».

«Völlige Missachtung des Grundsatzes»

Ein Grossteil der humanitären Hilfe der Organisation sei an verschiedenen Orten während des Konflikts geplündert worden, sagte Unicef-Sprecherin Sarah Crowe der Nachrichtenagentur AFP.Solche Taten zeugten von einer «völligen Missachtung des Grundsatzes des Schutzes von Zivilisten und des Respekts vor humanitärer Arbeit».

Die Vereinten Nationen forderten die Regierung in Khartum zudem auf, den Helfern besseren Zugang zu südsudanesischen Flüchtlingen im Sudan zu ermöglichen. In einer Erklärung brachte die UNO ihre Sorge angesichts von Berichten über eine «rasante Verschlechterung der humanitären Lage» in Einrichtungen für südsudanesische Flüchtlinge zum Ausdruck, zu denen das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und andere UNO-Organisationen bislang beschränkten Zugang hatten.

Tausende auf der Flucht

Hilfsorganisationen schätzen, dass allein seit dem Montag vergangener Woche bis zu 22'200 Menschen über die Grenze in den Sudan geflohen sind, wie das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) in seinem wöchentlichen Bericht mitteilte. In den sieben Wochen des Konflikts wurden demnach bereits mehr als 850'000 Menschen vertrieben.

Im erst Mitte 2011 gegründeten Südsudan war im vergangenen Dezember ein schon länger schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Die Kämpfe waren von Gräueltaten auf beiden Seiten geprägt. (sda)

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