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ZürichSolidaritäts-Party für Radio Energy

Über 2000 Personen haben am Abend auf dem Bürkliplatz in Zürich eine friedliche Support-Party für das von der Schliessung bedrohte Radio Energy Zürich gefeiert. Die Energy- Verantwortlichen werteten den Grossaufmarsch als «grosses Zeichen der Solidarität».

«Wir wollen nicht auf die Schlachtbank gebracht werden, ohne dass wir uns gewehrt haben», rief Energy-Moderator Roman Kilchsperger dem vorwiegend jugendlichen Publikum zu. Noch habe der Sender eine kleine Chance, Ende Jahr weitermachen zu können.

Die Support-Party stand unter dem Motto «wir stan uf für Energy Zürich». Mit dabei waren neben Schweizer Pop-Grössen wie Bligg, Stress, Adrian Stern, Baschi und Börni zahlreiche Fanclubs, die auf Transparenten ihre Sympathie zu ihrem Lieblingssender zum Ausdruck brachten.

«Bundesrat Leuenberger hat keine Ahnung»

Es könne einfach nicht sein, dass einem Sender, der seit 10 Jahren erfolgreich sei, einfach der Stecker rausgezogen werde, sagte Adrian Stern. Wenn der Sender den Betrieb Ende Jahr einstellen müsse, verlören über 277'000 junge Zürcher ihren Sender und 60 Mitarbeiter ihren Job.

Auch Stress zeigte keinerlei Verständnis für den von Bundesrat Moritz Leuenberger Anfang Jahr gefällten und vom Bundesgericht bestätigten Entscheid. Der Medienminster habe keine Ahnung, welche Bedeutung Radio Energy für Nachwuchskünstler und junge Leute habe.

Auf der einen Seite stelle das Parlament 300 Millionen Franken für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen bereit und in der gleichen Woche vernichte das Bundesverwaltungsgericht 60 Arbeitsplätze bei «Energy», stellte der Zürcher FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger fest. Das sei absurd. Er rief die Jugend auf, politisch aktiv zu werden, damit sich so etwas in Zukunft nicht wiederholen könne.

«Politischer Entscheid»

Hinter Radio Energy stellte sich auch die Zürcher SVP- Nationalrätin Natalie Rickli. Sie rief dazu auf, ein Zeichen für die Privatradios in der Schweiz zu setzen. Bundesrat Leuenberger habe einen «politischen Entscheid» gefällt. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass künftig der Gesamtbundesrat Konzessionsentscheide fällen müsse.

Technisch sei es durchaus möglich, den Zürcher Sender weiter zu betreiben, hielt Rickli fest. Radio Energy habe aber nur eine Chance, wenn es den Verantwortlichen gelinge, mit den andern Privatradios eine Übergangslösung zu finden. Für einen Weiterbetrieb sprach sich auch der Winterthurer SP-Kantonsrat Nicolas Galladé aus. Eine Schliessung mache keinen Sinn.

(sda)

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