Aktualisiert 04.10.2011 13:37

Doktor Sex

«Soll ich den Rest des Lebens auf Sex verzichten?»

Anfänglich war der Sex gut und häufig. Mit der gemeinsamen Wohnung reduzierte sich die Frequenz auf einmal die Woche und seit der Hochzeit vor über einem Jahr ist Ron auf Sexentzug.

von
bwe

Frage von Ron (33) an Doktor Sex: Ich kenne meine Frau seit über fünf Jahren. Anfänglich hatten wir häufig Sex. Als wir zusammenzogen noch einmal pro Woche, und seit wir verheiratet sind, läuft nichts mehr. Sie sagt, sie habe keine Lust. Ich halte das nicht mehr aus. Muss ich jetzt den Rest meines Lebens auf Sex verzichten?

Antwort von Doktor Sex:

Lieber Ron.

Ob man Sex hat, ist nicht primär eine Frage des glücklichen Zufalls und der Lust, die sich auf wundersame Weise einstellt oder ausbleibt, sondern eine des Willens. Wer nicht an Sex interessiert ist und keinen Spass daran hat, wird sich auch nicht darum bemühen. Genauso wenig, wie jemand auf einen Berg steigt ohne Interesse am Bergsteigen.

Weil Nicht-Wollen in Zusammenhang mit Sex vom Partner aber als persönliche Abwertung oder Mangel an Liebe interpretiert werden kann, verstecken sich die meisten Menschen lieber hinter Nicht-Können. Es wird Lustlosigkeit oder Impotenz vorgeschoben und man ist fein raus, ohne jemanden zu verletzen. Dieses Versteckspiel ist Betrug - sich selber und dem Partner gegenüber. Aber es schützt davor, der Sache auf den Grund gehen und möglicherweise dem Partner oder der Partnerin Sex ausserhalb der Beziehung zugestehen zu müssen.

Möglicherweise hat auch deine Frau nicht grundsätzlich keine Lust auf Sex, sondern einfach nicht auf Sex mit dir. Auch wenn du dich damit auf heikles Terrain begibst: Frag sie doch mal und eröffne den Dialog über eure Sexualität. Ihr verlasst damit zwar die Komfortzone und riskiert eine Beziehungskrise, aber vielleicht gewinnt ihr dadurch eure Sexualität zurück.

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