Aktualisiert 02.12.2012 21:29

Lieber Phil Geld

Soll ich Gold oder Silber kaufen?

Sven (45) überlegt sich, Gold oder Silber zu kaufen. Viele seiner Freunde raten ihm davon ab. Worauf muss man bei einem solchen Investment achten?

Gold gilt als sicherer Hafen. Doch sein Marktpreis kann genauso wie jener einer Aktie abstürzen.

Gold gilt als sicherer Hafen. Doch sein Marktpreis kann genauso wie jener einer Aktie abstürzen.

Lieber Phil Geld

Ich möchte einen Teil meines Geldes in Edellmetalle investieren. Viele raten mir jedoch davon ab, Gold zu kaufen. Sie meinen, es sei überbewertet. Zudem würde es gleich wieder an Wert verlieren, wenn die Wirtschaft sich erholt. Wie steht es eigentlich mit Silber? Ist das eine ebenso gute Anlage wie Gold?

Lieber Sven

Einseitige Goldanlagen sind etwa gleich riskant wie der Kauf einer einzigen Aktie. Darum sollte im Rahmen eines diversifizierten Portefeuilles nur ein Bruch-Teil des Vermögens in Gold investiert werden. Je nach Experten schwanken die Empfehlungen zwischen 5 bis 15 Prozent.

Goldanlagen werfen weder Dividende noch Zins ab. Da die Zinsen in Europa und den USA derzeit extrem tief sind, erscheinen die nicht verzinsten Gold-Investments relativ attraktiv, und die Goldnachfrage nimmt zusätzlich zu. Ein grosser Teil der Goldanleger nutzt das gelbe Metall in erster Linie als «sicheren Hafen» und versucht auf diese Weise einen Teil ihres Finanzvermögens vor einer möglichen Geldentwertung zu schützen. Diese Motivation haben derzeit vor allem Anleger in Ländern, deren Zentralbanken die Märkte mit Liquidität überschwemmen, namentlich die Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed.

Ein sicherer Hafen für den Sparbatzen ist Gold aber nicht. Sollte sich etwa die Finanzkrise beruhigen, könnte es durchaus passieren, dass viele Leute innerhalb kurzer Zeit ihr Gold wieder abstossen um in andere Anlagen zu wechseln. Gold würde dann schnell an Wert verlieren.

Oft denkt man, wenn es um krisensichere Wertanlagen geht, zuerst an Gold. Einige Gründe sprechen aber auch für Silber als Wertanlage: Das Verhältnis von Silber- zu Goldpreis liegt im Moment bei rund 1 zu 50. Hingegen beträgt das Verhältnis des natürlichen Vorkommens nur 1 zu 17. Gold ist also im Vergleich zu Silber relativ teuer.

Auch als Zahlungsmittel im Fall einer Hyperinflation hat Gold bestimmte Nachteile. Sollten sich bei einem Währungsverfall Edelmetalle als alternative Zahlungsmittel durchsetzen, würde man mit Gold meist nur grössere Investitionen tätigen können. Für kleinere Beträge, wie etwa das Brot, das man beim Bäcker kauft, hätten auch sehr kleine Goldmünzen einen zu grossen Gegenwert. Münzen aus dem weniger wertvollen Silber wären dafür besser geeignet. Zum Einkauf alltäglicher Dinge (v.a. Lebensmittel) würde sich also also Silber besser als Zahlungsmittel eignen.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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