11.03.2020 09:44

CoronavirusSoll ich noch Tickets für ein Konzert kaufen?

Zahlreiche Veranstaltungen werden zurzeit verschoben oder abgesagt. Ergibt es zurzeit eigentlich noch Sinn, sich Tickets für Events zu kaufen?

von
fim
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Schweizer Konzertveranstalter und Ticketanbieter spüren die Folgen des bundesrätlichen Grossveranstaltungsverbots und der Verunsicherung beim Publikum zurzeit besonders heftig.

Schweizer Konzertveranstalter und Ticketanbieter spüren die Folgen des bundesrätlichen Grossveranstaltungsverbots und der Verunsicherung beim Publikum zurzeit besonders heftig.

Keystone/Adrien Perritaz
In einem Statement teilt der Branchenverband der Veranstalter mit, dass die gesamte Livebranche über kurz oder lang in ihrer Existenz bedroht sei, wenn die Auflagen des Bundes verschärft oder verlängert würden. Zurzeit gilt das Verbot für Grossveranstaltungen bis zum 15. März.

In einem Statement teilt der Branchenverband der Veranstalter mit, dass die gesamte Livebranche über kurz oder lang in ihrer Existenz bedroht sei, wenn die Auflagen des Bundes verschärft oder verlängert würden. Zurzeit gilt das Verbot für Grossveranstaltungen bis zum 15. März.

@stevewengerphoto
Dabu Fantastic spielen derzeit die Tour zu ihrem neuen Album «Schlaf us». Dabu sagt: «Wir haben am ersten Tourwochenende gespürt, dass das Publikum sich freut, an unser Konzert zu kommen.»

Dabu Fantastic spielen derzeit die Tour zu ihrem neuen Album «Schlaf us». Dabu sagt: «Wir haben am ersten Tourwochenende gespürt, dass das Publikum sich freut, an unser Konzert zu kommen.»

@stevewengerphoto

Mindestens bis zum 15. März gilt in der Schweiz das Verbot für Grossveranstaltungen mit einem Publikum von über 1000 Personen – am Freitag will der Bundesrat eine neue Ansage machen. Auch Events mit mehr als 150 Besucherinnen und Besuchern müssen eine Sonderprüfung beim zuständigen Kanton durchführen lassen.

Bei den Ticketanbietern herrscht deswegen der Ausnahmezustand. «Unser Alltag ist geprägt von Mehrarbeit», sagt Christoph Zogg, CEO von Starticket. So gibt es tägliche Taskforce-Meetings, um die neusten Entwicklungen zu besprechen, und der Pikettdienst wurde verstärkt.

«Die Kunden sollen selbst entscheiden dürfen»

Die Anfragen, ob Veranstaltungen durchgeführt werden können oder nicht, steigen stark an. «Hier empfehlen wir immer zuerst, unsere Website zu konsultieren. Dort publizieren wir laufend die aktuellen Informationen zu den jeweiligen Events», so Zogg.

Ein genereller Ticketstopp für zukünftige Veranstaltungen sei nicht geplant. «Solange Events nicht generell verboten werden, sind wir der festen Überzeugung, dass die Kunden selbst entscheiden sollen, ob sie trotz Grippegefahr einen Event besuchen möchten», sagt Zogg, «wir sind sehr froh, dass die meisten unserer Kunden bisher nicht in Viruspanik verfallen sind und auch weiterhin Kultur-, Musik- und Sportveranstaltungen besuchen wollen.»

Für die Kunden bleibt ein Restrisiko

Bezüglich Rückerstattungen gibt es keine einheitlichen Regelungen. Viele Events werden zunächst verschoben, womit die Tickets noch gültig bleiben. Da der bundesrätliche Entscheid juristisch unter höhere Gewalt fällt, muss von Fall zu Fall und unter Berücksichtigung der AGB entschieden werden, wie Zogg erklärt.

Das heisst letztlich auch, dass eine Rückerstattung für bereits gekaufte Tickets nicht garantiert ist. Interessierte müssen hier also selbst abwägen – ein Risiko bleibt, dass man kein Geld zurückerhält.

Geld zurück gibts nur bei «ersatzloser Absage»

Das Ticketgeschäft läuft jedenfalls zurzeit normal weiter. Auf der Website von Starticket heisst es: «Eine Rückerstattung des Ticketpreises erfolgt ausschliesslich bei ersatzloser Absage der Veranstaltung.»

Der Branchenverband der Schweizer Veranstalter SMPA hofft derweil auf ein baldiges Ende des Eventstopps. Man sei erfreut, dass die stattfindenden Veranstaltungen normal abliefen, heisst es in einer Mitteilung.

Existenz der Branche werde durch Auflagen bedroht

Doch der Ticketverkauf sei stark eingebrochen. Die Veranstalter fordern, dass «die Massnahmen kantonal tatsächlich vereinheitlicht und sofort Begleitmassnahmen installiert werden, die der Branche ihre Existenz sichern». Diese sei bedroht, wenn die Auflagen «verlängert oder verschärft» würden.

Vergangenes Wochenende haben diverse Schweizer Künstlerinnen und Künstler ihre Konzerte trotz Corona-Massnahmen durchgeführt. Stress spielte in Lausanne, Dabu Fantastic performten in Winterthur und Langenthal, das Newcomer-Festival Radar in Zürich war sogar ausverkauft genauso wie die Show des Rapduos Psycho'n'Odds in Luzern.

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