30.01.2020 22:02

Beizenschluss«Soll Oberägeris Nightlife aufgewertet werden?»

Zug soll die Abschaffung der Sperrstunde im Gastgewerbe diskutieren. Der Kantonsrat hat einen Vorstoss überwiesen. Die SVP wollte dies verhindern.

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SVP-Kantonsrat Philip C. Brunner wollte, dass die CVP-Motion zur Abschaffung der Sperrstunde im Kanton Zug nicht überwiesen wird.

SVP-Kantonsrat Philip C. Brunner wollte, dass die CVP-Motion zur Abschaffung der Sperrstunde im Kanton Zug nicht überwiesen wird.

svp-zug.ch
Laut Brunner sei es kein allgemeines Bedürfnis, die Sperrstunde abzuschaffen.

Laut Brunner sei es kein allgemeines Bedürfnis, die Sperrstunde abzuschaffen.

Keystone/Gaetan Bally/Symbolbild
Brunner fragte auch: «Soll Oberägeris Nachtleben aufgewertet werden?» Mit dieser Frage löste er im Rat Gelächter aus. Brunner liess aber nicht locker und meinte: Die Aufhebung der Sperrstunde sei «eine Einladung an Randständige».

Brunner fragte auch: «Soll Oberägeris Nachtleben aufgewertet werden?» Mit dieser Frage löste er im Rat Gelächter aus. Brunner liess aber nicht locker und meinte: Die Aufhebung der Sperrstunde sei «eine Einladung an Randständige».

Zug Tourismus / Andreas Busslinger

«Ich weiss, was Nightlife ist», sagte SVP-Kantonsrat Philip C. Brunner am Anfang seines Votums klar und deutlich. Und er stellte auch gleich den Antrag auf Nichtüberweisung der CVP-Motion «Abschaffung der Sperrstunde im Gastgewerbe». Weil dazu aber Zweidrittel aller Stimmen nötig gewesen wären, scheiterte er mit seinem Anliegen: Der Rat überwies die Motion deutlich mit 61 zu 11 Stimmen. Die Regierung wird sich der Motion annehmen.

Die radikale Abschaffung der Sperrstunde, wie es die Motionäre forderten, sei kein allgemeines Bedürfnis, sagte Brunner weiter. Es sei ein populistischer Vorstoss mit höheren, staatlichen Ausgaben als Folge.

Ruhe, Ordnung und Sittlichkeit seien wichtige Güter

Die Motionäre seien Vertreter von Zuger Gemeinden. «Soll Oberägeris Nachtleben aufgewertet werden?», fragte Brunner und löste damit im Rat Gelächter aus. Die Aufhebung der Sperrstunde sei «eine Einladung an Randständige», so Brunner. Ruhe, Ordnung und Sittlichkeit seien auch in der heutigen Zeit wichtige Güter, die nicht verspielt werden sollten.

Mit-Motionär Fabio Iten (CVP) sagte, es sei nicht die Aufgabe der Gastronomen, die Leute zu erziehen, die sich auf dem Nachhauseweg nicht benehmen könnten. Die Motionäre sind der Ansicht, dass die Sperrstunde ein «altes und überholtes Instrument» zur Überwachung der Bevölkerung sei und nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspreche.

In Zug gebe es bereits Probleme mit den Nachtleben

FDP-Kantonsrat Adrian Moos sagte, Brunner treffe mit seiner Meinung den Nagel auf den Kopf. Im Ballungszentrum Zug funktioniere eine Abschaffung nicht. Hier gebe es bereits heute Probleme mit dem Nachtleben. Mit der Abschaffung würde der Kanton ein wichtiges Instrument aus der Hand geben, um zum Rechten zu schauen.

Heini Schmid (CVP) sagte, als Präsident von Zug Tourismus habe er ein grosses Interesse an einer lebendigen Stadt. Die Debatte, die nun entbrannt sei, zeige, wie wichtig eine Diskussion sei. «Schauen wir, wie wir die unterschiedlichen Bedürfnisse regeln können. Und überweisen wir die Motion», forderte er den Rat auf. (sda)

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