Aktualisiert 18.09.2014 14:37

Terroristen in Australien

Sollten sie mit diesem Schwert geköpft werden?

Eine australische IS-Zelle plante, Zivilisten in die Flagge des Islamischen Staats zu wickeln und vor laufender Kamera zu köpfen. Die Polizei reagierte mit Razzien und Festnahmen.

IS-Sympathisanten in Australien sollen brutale Morde auf offener Strasse geplant haben. Die Polizei durchkreuzt das mutmassliche Vorhaben und nimmt bei gross angelegten Razzien 15 Menschen fest. Dabei stellten die Beamten auch einen Krummsäbel sicher. Ob er als Tatwaffe dienen sollte, wird jetzt untersucht.

Während der Razzien entdeckte die Polizei laut «ABC» auch Macheten, Sturmhauben, Kampfanzüge, die für die simultanen Attacken verwendet werden sollten. Zudem begannen Polizisten, in einigen der durchsuchten Häuser zu graben. Weshalb sie das taten, ist noch unklar. Ein Gelände im Vorort Revesby wurde mit einem Metalldetektor untersucht.

Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) planten in Australien nach Erkenntnissen der Geheimdienste die Enthauptung von Bürgern ähnlich wie im Irak und in Syrien. Die Polizei verhinderte die Anschläge mit der grössten Anti-Terror-Razzia der australischen Geschichte und nahm am Donnerstag 15 Menschen fest. 800 Polizisten waren an den Razzien in Sydney und in Brisbane beteiligt.

Die Opfer sollten auf offener Strasse etwa in Sydney entführt werden. Die Täter hätten die Leichen hätten dann in die Flagge der im Irak und in Syrien aktiven Terrormiliz hüllen wollen, meldete der Nachrichtendienst Fairfax News. Anschliessend sei die Veröffentlichung von Videos der Gräueltaten geplant gewesen.

Die meisten der Täter seien afghanischer Abstammung, hiess es. Ein 22-Jähriger wurde vor Gericht wegen geplanter Terroranschläge angeklagt. Der Mann habe einen Anschlag geplant, der «die Gesellschaft schockieren, entsetzen und verängstigen» sollte, sagte Staatsanwalt Michael Allnutt.

Politiker schockiert

«Ich fürchte, es gibt Gruppen in diesem Land, die uns, obwohl sie hier den australischen Lebensstil geniessen, Böses wollen», sagte Regierungschef Tony Abbott. «Wie allen Australiern dreht sich mir der Magen um, wenn ich daran denke, dass Bilder (von Gräueltaten), die wir nur aus anderen Teilen der Welt kennen, auch auf unseren Strassen entstehen könnten», meinte Oppositionsführer Bill Shorten.

Aus Angst vor Übergriffen auf die muslimische Bevölkerung rief der zuständige Polizeichef Andrew Scipione die Menschen zur Ruhe auf. «Wir sollten dies nicht aufbauschen - alle Aktionen, die in Planung gewesen sein könnten, sind vereitelt worden.»

Die Anschläge seien bereits konkret geplant gewesen, sagte Abbott. Der 22-Jährige soll diese Woche per Telefon Instruktionen von einem ranghohen australischen IS-Mitglied erhalten haben. Der Mann blieb in Gewahrsam und soll am 13. November wieder vor Gericht erscheinen.

60 Australier in Syrien und im Irak

Viele der Festgenommenen standen offenbar seit geraumer Zeit unter Beobachtung. Einige wollten nach Syrien oder in den Irak reisen, um für die Terrormiliz zu kämpfen, doch seien ihnen die Pässe verweigert worden, sagte der Antiterrorexperte Clive Williams im Fernsehen.

Die Regierung schätzt, dass sich 60 Australier Extremisten in Syrien und im Irak angeschlossen haben. Weitere 100 in Australien gelten als radikale Sympathisanten.

Die Behörden hatten die Terrorwarnstufe vergangenen Freitag von der mittleren Stufe auf «hoch» gesetzt. Kurz zuvor wurden in Brisbane zwei Männer festgenommen und wegen Rekrutierung für eine Terrororganisation in Syrien angeklagt.

Abbott verabschiedete am Donnerstag in Darwin 600 Soldaten, die den Kampf gegen die Extremisten unterstützen sollen. Sie flogen zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate.

(sda)

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