Aktualisiert 18.06.2016 22:54

Granit Xhaka

«Sollten wir gewinnen, können wir darüber reden»

Granit Xhaka will mit der Nati endlich einen Grossen ärgern. Das Duell mit Frankreich ist auch für Arsenal von Interesse.

von
A. Stäuble/E. Tedesco, Lille

Blerim Dzemaili und Granit Xhaka an der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankreich. (Video: 20 Minuten)

Im internationalen Fokus vor dem «Endspiel» gegen Frankreich: Granit Xhaka. Schon zweimal kam dem Schweizer Passkönig die Ehre des «Man of the Match» zuteil. Nach dem ersten Spieltag führte er die Statistik an, mittlerweile hat sich Weltmeister Toni Kroos am 23-jährigen Mittelfeldspieler vorbeigeschoben.

Xhaka steht bei 192, Kroos verteilte 200 Zuspiele erfolgreich an seine Mitspieler. Komplettiert wird das Passeur-Podium von Andres Iniesta mit 176 erfolgreichen Versuchen. Keine Frage: Die ersten beiden Auftritte in Frankreich haben den künftigen Arsenal-Spieler in die Weltspitze gehievt.

Er wird auch gegen Frankreich der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Nati sein. Die offene Frage, ob er sein Können auch gegen einen Grossen zur Schau stellen kann, muss er am Sonntag beantworten.

Arsenal vs. Arsenal

Das Duell im Pierre Mauroy ist auch für Arsenal, den künftigen Arbeitgeber des 50-Millionen-Mannes aus Basel interessant. Denn Neuzugang Xhaka trifft im Duell gegen Frankreich auf zwei künftige Teamkollegen: Stürmer Olivier Giroud und Verteidiger Laurent Koscielny waren bei den ersten beiden Auftritten der Equipe Tricolore gesetzt.

Um ein Statement zum Arsenal-Duell gebeten, antwortete der 23-Jährige unaufgeregt, souverän und cool: «Wir sind hier mit der Schweiz, sie mit Frankreich. Das ist momentan wichtiger als Arsenal. Sollten wir Frankreich schlagen, können wir gerne noch einmal darüber reden.» Gerne!

Xhaka will Frankreich ärgern

Ein Sieg gegen den bereits qualifizierten Gastgeber - zweifelsohne ein schwieriges Unterfangen. «Der Trainer hat es schon gesagt. Frankreich ist der Favorit in der Gruppe und ein Favorit auf den Turniersieg. Wenn man ein so grosses Team ärgert, kann das etwas bewirken. Dafür muss aber alles passen», sagte Xhaka an der Pressekonferenz am Tag vor dem «Endspiel».

Vor zwei Jahren an der WM in Brasilien hatte noch nicht alles geklappt. Trainer Othmar Hitzfeld hatte vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich von einem Duell auf Augenhöhe gesprochen, doch die Schweiz blieb beim 2:5 gegen Frankreich nicht nur unter seinen Erwartungen, sie war chancenlos.

In zwei Jahren an die Weltspitze

Zwei Jahre nach der Klatsche in Salvador will es die Nati besser, viel besser machen. Ob ihr das gelingt? «Das werden wir sehen», sagte Blerim Dzemaili. «Die Mannschaft hat sich verändert. Und aus einer solchen Niederlage lernt man. Das haben wir.» Gelson Fernandes, wie die Torschützen von Salvador – Dzemaili und Xhaka – damals auch schon dabei, sagte: «Weil wir heute mehr Erfahrung haben.»

Erst 23-Jahre jung und dennoch schon einer mit Erfahrung ist Xhaka. Er hat sich in den zwei Jahren zu einem sicheren, selbstbewussten und technisch starkem Mittelfeldstrategen entwickelt. Als einer der Teamleader 2016 zeigt der Basler in Frankreich, dass er in diesen zwei Jahren seit Brasilien zu Weltklasse gereift ist.

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