Aktualisiert 23.01.2008 13:27

Solothurn: In der Schule sind alle gleich

An den Solothurner Volksschulen sollen für alle Jugendlichen unabhängig von der Religionszugehörigkeit die gleichen Rechte und Pflichten gelten. Das Departement für Bildung und Kultur legte erstmals Richtlinien für den Schulalltag fest.

Die Schule habe die Aufgabe, die Persönlichkeitsrechte, das Toleranzgebot sowie das Recht auf Bildung und Integration zusammen zu denken, sagte Regierungrat Klaus Fischer am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Solothurn.

Die Richtlinien würden die unterschiedlichen Ansprüche bei der Religion an den öffentlichen Schulen aufnehmen. Sie sollten den Beteiligten Sicherheit geben im Umgang mit Fragen zur Religion. Ähnliche Richtlinien kennen bereits die Kantone Bern und Baselstadt.

Krippenspiel bleibt

Feiern mit christlichem Hintergrund wie Weihnachtsfeiern blieben an den Schulen erlaubt, steht in den «Richtlinien für den Umgang mit Fragen zur Religion». Die Feiern dürften die religiöse Gefühle von Kindern und Jugendlichen, die nicht der christlichen Religion angehörten, nicht verletzen.

Selbstverständlich könne in jeder Klasse ein Krippenspiel stattfinden, betonte Fischer, Vorsteher des Departementes für Bildung und Kultur. Kein Kinde dürfe indes dazu gezwungen werden, in einem solchen Spiel eine bestimmte Rolle zu übernehmen.

Sonderfall Sportunterricht

Gemäss den Richtlinien kann eine Schule im Sportunterricht den religiös begründeten Bekleidungsvorschriften entsprechen. Bei einem nach Geschlechtern getrennten Turn- und Schwimmunterricht sollen keine Dispensationen erteilt werden. Die drei Stunden Sportunterricht pro Woche seien für alle obligatorisch.

Bei Schulverlegungs- und Sportwochen sei für die Teilnahme eines Schülers gleichzeitig die Zustimmung der Eltern einzuholen. Die Nacht gelte nicht als obligatorische Schulzeit. Eintägige Ausflüge und Exkursionen gehörten indes zur Schulzeit. Die Schüler seien zur Teilnahme verpflichtet.

Religiöse Symbole

Die Schulen im Kanton Solothurn kennen gemäss Richtlinien keine Vorschriften zum Tragen von religiösen Symbolen. Die Bekleidung der Schülerinnen und Schüler, auch das Tragen eines Kopftuches, liege in der Verantwortung der Eltern.

Gemäss Regierungsrat Fischer besuchen immer mehr Kinder und Jugendliche mit muslimischem Hintergrund den Kindergarten, die Volkschule und die Sekundarstufe II. Der ursprünglich katholisch geprägte Kanton Solothurn werde zusehends durchmischt

(sda)

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