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Raubtierpark SubingenSolothurner Raubtieren droht die Abschiebung

Der Raubtierpark soll per Gerichtsentschied zur Räumung des Geländes gezwungen werden. Für René Strickler kommt eine Trennung von seinen Tieren aber nicht in Frage.

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kaf / miw

Für René Strickler ist der Raubtierpark in Subingen (SO) eine Herzensangelegenheit – sein Lebenswerk. Nun droht dem mittelländischen Zoo das Aus. Am 3. Februar muss Strickler vor dem solothurnischen Richteramt Bucheggberg-Wasseramt erscheinen, die Besitzer verlangen die Räumung des Areals. «Espace Real Estate will das Mietverhältnis seit 2007 auflösen», sagt Victor Schmid, Sprecher der Espace Real Estate AG. Seit bald acht Jahren hätten sie der Tiere wegen Geduld mit Mieter Strickler gezeigt, «nun möchte Espace wieder frei über ihr Grundeigentum verfügen können», so Schmid.

Für den Mieter läuft nun nach mehrjährigem Rechtsstreit tatsächlich der Final Countdown: An der Gerichtsverhandlung soll entschieden werden, wie der Tierpark aufgelöst werden kann, schreibt das «Zofinger Tagblatt». Ganz einfach ist diese Aufgabe aber nicht, wie ein Experte zu «20 Minuten» sagte. Für Tiger, Löwe, Puma und Bär müssen neue Plätze gefunden werden. Die Schweiz biete für die 19 Raubtiere zu wenige Plätze, sagt Antoine F. Goetschel, Präsident von Global Animal Law. «Hierfür müsste europaweit gesucht werden.»

Trennung würde den Tieren das Herz brechen

Laut dem Rechtsanwalt sei es nicht die Aufgabe der Öffentlichkeit, eine geeignete Lösung zur Unterbringung zu finden: «Der Halter hat die Pflicht, für das Wohl der Tiere zu sorgen.» Sollte Strickler innert einer möglichen gesetzten Frist keine Alternativen bieten, kommt es zu einer Zwangsräumung. «Dann wird sich die Frage nach einem behördlichen Einschreiten und einer Umplatzierung der Tiere nach Schweizer Tierschutzgesetz stellen», so Goetschel.

Für Tierfreund Strickler ist eine Abschiebung der Tiere keine Option: «Ich werde für meine Raubtiere bis zum Schluss kämpfen», sagt der Betreiber. Nähme man ihm die Tiere weg, würden diese an gebrochenen Herzen sterben. Da er national keinen alternativen Standort für seinen Raubtierpark gefunden hat, zieht er auch in letzter Minute noch den Kauf des 42'000 Quadratmeter grossen Industriegeländes in Betracht. So könnte die ausgebaute, grüne Zooanlage weiterhin in Subingen betrieben werden. Der 67-Jährige steckt deshalb mit einem ausländischen Investor in Verhandlungen. Dieser unterstütze bereits grosse Tierprojekte in Afrika. Kommuniziert werde vorerst aber nur über einen Mittelsmann. «Ich hoffe, dass es uns noch vor dem bevorstehenden Gerichtstermin gelingt, das Areal zu kaufen.»

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