Aktualisiert 06.02.2015 10:02

Intelligente Fernbedienung

Solothurner Tüftler wird zum Technik-Millionär

Verglichen wird Raphael Oberholzer mit Apple-Gründer Steve Jobs, stündlich vertrauen ihm neue Investoren: der «American Dream» eines Solothurners.

von
Mira Weingartner

Im kalifornischen Silicon Valley, wo Technik-Riesen wie Apple und Google Inc. stationiert sind, erlebt der Solothurner Raphael Oberholzer gerade die unglaublichsten Stunden seines Lebens – seinen eigenen «American Dream».

Dank der Crowdfunding-Seite «Kickstarter» will der 32-Jährige mit seinem Unternehmen «Neeo» im Land der unbegrenzten Möglichkeiten durchstarten. Er hat eine intelligente Fernbedienung mit IPS-Display entwickelt, die mit ihrem «Neeo Brain» sämtliche Gadgets wie Musikanlagen, DVD-Geräte und Kabel-Modems, aber auch die heimischen Lichtschalter und Heizung zentral steuern kann. Dafür sucht der Solothurner – den Berufskollegen bereits mit dem «Computergott» Steve Jobs vergleichen – auf der Spender-Seite Geld. Mit riesigem Erfolg: «Drei Stunden nach der Veröffentlichung des Projekts war die Zielsumme von 50'000 Dollar bereits erreicht.» Nun, wenige Tage vor Auktionsschluss, ist die Millionen-Dollar-Grenze geknackt, fast stündlich stossen neue Privatsponsoren aus aller Welt hinzu, die in die Idee des Technik-Cracks investieren.

Erstes Gerät ab März

«Wir geniessen den Erfolg, müssen aber trotzdem konzentriert an der Arbeit bleiben», sagt Oberholzer, der im Voraus bei namhaften Firmen der Smart-Home-Branche gearbeitet hat. Die frisch erworbene, internationale Kundschaft warte bereits sehnlichst auf die erste Auslieferung der 299 Dollar teuren Fernbedienung. «Bei unserer Entwicklung steht nicht die Technik, sondern hauptsächlich der Mensch im Vordergrund», verrät der Hersteller, der seine «technisch unbegabte» Mutter als Testperson eingesetzt hat.

Trotz des kometenhaftem Aufstiegs will der Familienvater auf dem Boden bleiben. Zu gut erinnere er sich an die Zeit vor dem Durchbruch: «Zurückweisungen, Bettelei und Absagen gehörten damals zum täglichen Geschäft – wir mussten wirklich unten durch.» Dank der nun zusammengekommenen Million kann Oberholzer endlich in Grossproduktion gehen. Das erste Gerät soll die Fabrik mitten in Solothurn bereits diesen Frühling verlassen.

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