Aktualisiert 05.09.2006 09:20

Somalia: Friedensabkommen unterzeichnet

Die somalische Übergangsregierung und die einflussreiche Islamisten- Miliz haben unter Vermittlung der Arabischen Liga ein Friedensabkommen unterzeichnet. Kernpunkt der Vereinbarung ist die Schaffung einer einheitlichen Armee.

Das Papier wurde am Montagabend in der sudanesischen Hauptstadt Khartum verabschiedet. Demnach sollen die Truppen der Übergangsregierung und der Milizen zusammengeführt werden, wie Teilnehmer der Gespräche berichteten

Ausserdem hätten beide Seiten vereinbart, nach Ablauf des moslemischen Fastenmonats Ramadan Ende Oktober über eine Aufteilung der politischen Macht zu verhandeln. Die Islamisten herrschen derzeit über weite Teile der Hauptstadt Mogadischu und Südsomalias, die international anerkannte Übergangsregierung ist weitgehend machtlos.

Hoffnung nach 16 Jahren Krieg

Die Verhandlungsführer beider Seiten äusserten nach der Unterzeichnung in der Hauptstadt des Sudan die Hoffnung, dass Krieg und Gewalt nach 16 Jahren nun ein Ende nähmen.

Das Abkommen werde «den Weg für eine Befriedung Somalias freimachen», sagte Ibrahim Hassan Addow, der die Delegation der Islamisten führte. Seine Bewegung werde die Vereinbarung einhalten und umsetzen.

Für die Regierungsseite sagte Vize-Ministerpräsident Abdullahi Scheich Ismail: «Die Somalier sind des Krieges müde.» Nun sei eine Chance zum Frieden gekommen, die ergriffen werden müsse.

Ziel des Abkommen ist «die Aufstellung einer somalischen Nationalarmee und Polizeikräfte durch die Einbindung der islamischen Milizen, der Übergangsregierung und anderer Milizen», wie es im Dokument heisst.

Äthiopien und Eritrea

Das Friedensabkommen sieht weiter vor, dass die beteiligten Parteien auf militärische Unterstüzung aus dem Ausland verzichten. Hintergrund ist der Vorwurf der Islamisten, die Übergangsregierung lasse sich von äthiopischen Soldaten schützen. Diese beschuldigt wiederum die islamischen Milizen, von Äthiopiens Erzfeind Eritrea militärische Unterstützung anzunehmen.

Vertreter der somalischen Übergangsregierung und der Islamisten hatten am Samstag unter Vermittlung der Arabischen Liga die zweite Runde ihrer Friedensgespräche begonnen.

Die Milizen der islamischen Gerichte haben die Hauptstadt Mogadischu sowie weite Teile des Südens unter ihrer Kontrolle und rücken immer weiter in den Norden vor. Sie sind jedoch nicht an der Übergangsregierung beteiligt, die weitgehend machtlos im 250 Kilometer westlich von Mogadischu gelegenen Baidoa sitzt. (sda)

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