Aktualisiert 30.05.2009 13:56

300 Festnahmen

Somalia lädt zur Piratenjagd

Die somalische Übergangsregierung hat die Weltgemeinschaft dazu aufgerufen, das Piratenproblem nicht nur zur See, sondern auch in dem ostafrikanischen Land anzugehen. Selber fehlen der Regierung die Mittel dazu.

Seine Regierung habe die Informationen, wo sich die Seeräuber verschanzten, es fehlten ihr nur die entsprechenden Mittel, sagte Aussenminister Mohamed Abdullahi Omar am Freitag (Ortszeit) bei der UNO in New York. «Es wäre viel einfacher, kostengünstiger und weniger kompliziert, das Problem an Land anzugehen», sagte er vor Journalisten weiter.

Im vergangenen Jahr sei den Seeräubern 50 Millionen Dollar Lösegeld gezahlt worden. Mit einem Drittel davon könne der Kampf gegen die Piraten finanziert werden, sagte der Minister. Eine gut ausgerüstete Küstenwacht biete ausserdem Arbeitsmöglichkeiten für junge Männer am Horn von Afrika, die sonst Piraten würden.

Es gibt jedoch auch bereits erste Erfolge: Seit Januar wurden 300 Piraten festgenommen, 200 von ihnen wird in verschiedenen Ländern, darunter in den USA und Frankreich, der Prozess gemacht.

«Die multinationalen Meer-Patrouillen machen sehr viel aus», betonte Greg Delawie von der Abteilung für politische und militärische Angelegenheiten der USA vor Journalisten. Derzeit befinden sich nach seinen Angaben jedoch noch 14 Schiffe mit insgesamt rund 200 Besatzungsmitgliedern in der Hand der Seeräuber.

Ganzes Land als Geisel

«Die Piraten halten das ganze Land Somalia als Geisel», klagte der somalische Aussenminister Omar. Die Kosten für Grundnahrungsmittel und Medikamente seien um 20 bis 30 Prozent gestiegen, weil kein kommerzielles Schiff sich mehr in die Nähe traue. Auch die Hilfslieferungen der Vereinten Nationen würden schliesslich per Schiff geliefert.

Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung mehr und ist von Gewalt und Anarchie zerrüttet und weitgehend gesetzlos. (sda)

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