Interview: Sommaruga will Vertrauen wiederherstellen

Aktualisiert

InterviewSommaruga will Vertrauen wiederherstellen

Die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga kandidiert offiziell für den Bundesrat. Im Interview erklärt die Kronfavoritin, was sie am Amt reizen würde und warum sie auch als Bundesrätin noch Klavier spielen würde.

von
Antonio Fumagalli
Simonetta Sommaruga gibt ihre Kandidatur bekannt. (Keystone)

Simonetta Sommaruga gibt ihre Kandidatur bekannt. (Keystone)

Frau Sommaruga, was hat Sie zu Ihrem Entscheid bewogen?

Simonetta Sommaruga: Er fiel mir nicht leicht, ich habe mir vier Wochen Bedenkzeit genommen. Schliesslich entschied ich mich für die Kandidatur, weil ich gerne dazu ­beitragen möchte, dass der Bundesrat das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnt.

Was befähigt Sie in besonderem Ausmass dazu?

In meiner politischen Arbeit habe ich bewiesen, dass ich über die Parteigrenzen hinweg­schauen kann. Die Lösung und nicht die sture Ideologie steht für mich im Vordergrund.

Ärgert es Sie, dass Sie ausgerechnet von Ihren politischen Gegnern ins Amt gewählt werden könnten?

Schon um in den Ständerat gewählt zu werden, waren Stimmen aus anderen Lagern notwendig. Ich wehre mich aber dagegen, innerhalb der SP an den Rand gedrückt zu werden. Ich bin gut verankert und fände es sogar gefährlich, wenn es nicht ab und zu parteiinterne Differenzen gäbe.

Man kennt Sie auch als Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Bleiben Sie ­diesem Credo treu?

Ganz bestimmt. Dieses Engagement für die Schwächeren ist mir sehr wichtig. Ich erhalte täglich Reaktionen auf meine Funktion und möchte die Nähe zu den Leuten auch als allfällige Bundesrätin unbedingt beibehalten.

Sie sind ausgebildete Pianistin. Kämen Sie als Bundesrätin noch zum Spielen?

Natürlich kann ich der Musik nicht so viel Zeit wie früher widmen, sie ist aber immer noch ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Mit Ständerat Rolf Schweiger habe ich sogar einmal ein vierhändiges Ständchen gespielt.

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