02.11.2018 08:13

Bei PodiumsdiskussionSommaruga wird von Zuschauern beschimpft

Bei einer Podiumsdiskussion über die Selbstbestimmungsinitiative musste sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga wüste Beschimpfungen anhören.

von
vro
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Bundesrätin Simonetta Sommaruga nahm in Suhr AG an einer Podiumsdiskussion zur Selbstbestimmungsinitiative teil. Dabei wurde sie von den Zuschauern heftig verbal attackiert.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga nahm in Suhr AG an einer Podiumsdiskussion zur Selbstbestimmungsinitiative teil. Dabei wurde sie von den Zuschauern heftig verbal attackiert.

Keystone/Anthony Anex
Auch der FDP-Ständerat Philipp Müller, ebenfalls Gegner der Initiative, wurde kritisiert.

Auch der FDP-Ständerat Philipp Müller, ebenfalls Gegner der Initiative, wurde kritisiert.

Keystone/Peter Klaunzer
An der Diskussion nahm auch SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher teil. Die Befürworterin der Initiative erhielt mehr Zustimmung.

An der Diskussion nahm auch SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher teil. Die Befürworterin der Initiative erhielt mehr Zustimmung.

Keystone/Peter Schneider

Eklat an einer Podiumsdiskussion zur Selbstbestimmungsinitiative (SBI): Eigentlich sollte die Veranstaltung von «Blick on Tour» den Bürgern die Möglichkeit geben, sich eine Meinung zu bilden. Der Saal war voll, es mussten gar zusätzliche Stühle aufgestellt werden, schreibt die «Aargauer Zeitung».

Geladen waren Bundesrätin Simonetta Sommaruga, FDP-Ständerat Philipp Müller, SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. Moderiert wurde der Abend vom Journalisten Hannes Britschgi. Das Publikum schien sich jedoch weniger für die Argumentation zu interessieren. Viele hatten sich bereits eine Meinung gebildet.

«Sie sind eine Lügnerin»

«Blick»-Chefredaktor Christian Dorer begrüsste das Publikum und bat nach kurzer Zeit Sommaruga auf die Bühne. Sie ist gegen die Initiative. «Wenn die Diskussionen heftig sind – vielleicht auch heute Abend – dann ist das gut, das ist eben direkte Demokratie. Und am Schluss hat eben die Bevölkerung das letzte Wort», sagte sie zu Beginn. Als Dorer nachhakte, ergänzte sie: «Die Bevölkerung hat bei uns immer das letzte Wort, auch wenn man internationale Verträge abschliesst.» Die Reaktionen folgten prompt: Kopfschütteln und verärgerte Rufe kamen aus dem Publikum, Dorer musste es besänftigen – und das bereits nach wenigen Minuten.

Ob die Schweiz nicht selbstbewusster auftreten müsste, fragte Dorer die Bundesrätin. «Selbstverständlich müssen wir selbstbewusst auftreten, das machen wir auch», lautete Sommarugas Antwort. Und wieder wurde es im Publikum laut. Auch während der Fragerunde war die Stimmung aggressiv. «Frau Sommaruga, merken Sie eigentlich nicht, was für ein Filz hier in Europa stattfindet?», fragte ein Anwesender. «Sie sind eine Lügnerin», rief ein anderer.

Auch Philipp Müller, Gegner der Initiative, wurde angegriffen. Gegenüber der AZ verurteilte er vor allem die heftigen Zwischenrufe in Richtung Sommaruga. «Das ging teilweise unter die Gürtellinie», sagte er.

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