Bald Schluss beim FCB: Sommer startet Abschiedstour in Sion
Aktualisiert

Bald Schluss beim FCBSommer startet Abschiedstour in Sion

In Valencia bestritt Yann Sommer sein letztes Europacup-Spiel für den FC Basel. Bald streift sich der Goalie zum ersten Mal das Leibchen von Borussia Mönchengladbach über.

von
Eva Tedesco

So langsam sickert auch bei Yann Sommer ins Bewusstsein, das er zum letzten Mal mit dem rotblauen Tross durch Europa gereist ist, eher er zu Borussia Mönchengladbach wechselt. Reisen mit vielen Highlights und Begegnungen gegen hochkarätige Gegner wie Manchester United, Bayern München, Chelsea, Tottenham, Zenit St. Petersburg und Schalke bleiben in Erinnerung.

Auf seine Zeit beim FC Basel angesprochen sagt Sommer: «Jedes internationale Spiel ist für uns eigentlich ein Highlight, darum möchte ich nicht einzelne herausstreichen. Die letzten drei Jahre waren ein grosses Privileg und ich bin dankbar, dass ich das mit dem FCB erleben durfte.»

Der anfangs international unerfahrene Nachfolger von Franco Costanzo ist während dieser Zeit zu den besten Torhütern Europas gereift. Und auch Nati-Coach Ottmar Hitzfeld muss sich fragen, ob er weiter an der Nummer 1 Diego Benaglio festhalten will oder nicht doch auf Sommer setzt, der regelmässig auf hohem europäischen Niveau und nicht nur in der Liga brilliert und reihenweise Gegner mit Wahnsinnsparaden zur Verzweiflung treibt.

«An den internationalen Spielen wächst man extrem – auch als Mannschaft», sagt Sommer und denkt an seine Europacup-Zeit mit dem FCB zurück. «Da kommt es auf jedes Detail an, das haben wir oft erlebt. Klar lernt und wächst man auch in der Meisterschaft, aber gerade aus diesen internationalen Abenden nimmt man sehr viel an Erfahrung mit. Der FCB hat in den letzten Jahren auf internationaler Ebene immer tollen Fussball gezeigt hat.»

«Der FCB hat in den letzten Jahren nicht viel falsch gemacht»

Yann Sommer, der FCB stand in Folge im Achtelfinal der Champions League, im Halb- und Viertelfinal der Europa League. Ist das Denken vom «kleinen Schweizer Klub» damit Makulatur?

Yann Sommer: Der FCB hat mittlerweile auch das Denken, dass man jedes Jahr sagt , aber man muss wissen, dass es nicht selbstverständlich ist. Es kann nicht immer so sein, dass ein Schweizer Klub jedes Jahr bis in den Viertel- oder Halbfinal in einem europäischen Wettbewerb vordringt.

Wieso nicht? Der FCB hat beweisen, dass es geht?

Weil die grossen Mannschaften in Europa, und das hat man auch am Donnerstag gesehen, wenn es drauf ankommt, noch immer eine Schippe mehr drauf legen können. Aber ich traue es einigen Klubs in der Schweiz zu, dass man das auch einmal erreicht, denn das Niveau in der Schweiz ist gut. Ich appelliere auch dafür, dass man auch nach einem Spiel wie am Donnerstag, nicht sagt, dass das eine Katastrophe war, was der FCB geleistet hat, sondern das Ganze anschaut. Dann muss man erkennen, dass der FCB in den letzten drei Jahren nicht allzu viel falsch gemacht hat.

Muss man sich beim FCB überlegen, ob man auch noch eine Schippe drauflegt?

Das ist so, aber das ist schlussendlich die Entscheidung des Klubs und dessen Taktik, wie er das machen will. Es ist aber auch schwierig. Wir haben in letzter Zeit extrem viel Verletzungspech gehabt, das hat man in Valencia gemerkt. Auf diesem hohen Niveau reicht das eben vielleicht nicht für eine Überraschung oder ein Weiterkommen. Aber wie gesagt, dass muss der Klub entscheiden. Ich weiss nur, dass es eine schwierige Entscheidung ist, weil man nicht jedes Jahr damit rechnen kann, dass man so weit kommt.

«Wir wollen unbedingt Meister werden»

Für Sie war das Spiel in Valencia der letzte internationale Auftritt mit dem FCB. Ist das Ihnen mittlerweile bewusst?

Es ist mir bewusst und es ist schade. Aber die Erinnerungen sind viel schöner, als die Enttäuschung vom Donnerstag. Wir haben in vielen Spielen eine tolle Moral gezeigt, guten Fussball gespielt, viele Leute in der Schweiz und in Basel begeistern können und auch bei uns war die Begeisterung immer gross vor den internationalen Auftritten. Darum bin ich überglücklich, dass ich das erleben durfte. Klar bin ich traurig, dass es das letzte Spiel war, aber irgendwann ist es immer das letzte. Als Fussballer ist das halt einfach so und es gehört dazu, dass etwas Neues anfängt.

Am Sonntag beginnt für Sie auch die Abschieds-Tour durch die Liga. Reicht die Kraft im Kampf mit GC um den Titel?

Schon am Freitag wurde der Fokus auf Sion und die Meisterschaft gelegt. Der wichtige Teil unseres Fussballerlebens ist die Meisterschaft – und die wollen wir gut abschliessen. Wir wollen unbedingt Meister werden.

Deine Meinung