Psychologie: Sommerkinder sind launischer als Herbstbabys
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PsychologieSommerkinder sind launischer als Herbstbabys

Seit jeher versuchen Astrologen, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale dem Geburtsmonat zuzuschreiben. Das scheint gar nicht so weit hergeholt.

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Was die Glaubwürdigkeit von Horoskopen betrifft, scheiden sich die Geister.

Was die Glaubwürdigkeit von Horoskopen betrifft, scheiden sich die Geister.

Jungfrauen sind ehrlich, Waagen gerecht und Skorpione leidenschaftlich: Der Zeitpunkt unserer Geburt wird von Astrologen seit jeher mit bestimmten Temperamenten in Verbindung gebracht. Und sie liegen damit gar nicht so falsch, wie Forscher um Xenia Gonda von der Kutvolgyi Klinik in Budapest am Kongress des European College of Neuropsychopharmacology in Berlin berichten.

Demnach haben Menschen abhängig von der Jahreszeit, in der sie geboren wurden, ein höheres Risiko, an sogenannt affektiven Störungen zu erkranken. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von psychischen Störungen, die heftige Stimmungsschwankungen bezeichnet.

Jahreszeit aktiviert Botenstoffe

Laut Gonda wusste man aus biochemischen Untersuchungen, dass die Jahreszeit, in der jemand geboren wird, einen Einfluss auf bestimmte Botenstoffe im Gehirn hat, beispielsweise Dopamin oder Serotonin. Und diese beeinflussen wiederum unsere Stimmung.

Vor diesem Hintergrund liessen die Forscher 366 Studenten einen standardisierten Fragebogen ausfüllen. Damit erfassten sie das Temperament der Studienteilnehmer. Anschliessend suchten die Forscher nach Zusammenhängen zwischen Temperament und Geburtsdatum der Probanden.

Signifikante Auffälligkeiten

Dabei zeigte sich, dass die Störung Zyklothymie (charakterisiert durch regelmässige Wechsel zwischen traurigen und fröhlichen Phasen) deutlich häufiger bei Menschen auftritt, die im Sommer geboren wurden. Frühlings- und Sommerkinder zeigen zudem eine stärkere Neigung zu Hyperthymie (übersteigerte emotionale Erregbarkeit, überdrehte Fröhlichkeit).

Doch auch in den Wintermonaten Geborene zeigen Auffälligkeiten. Sie waren weitaus weniger anfällig für ein reizbares, nervöses Temperament. Und Menschen, die im Herbst zur Welt kamen, neigten deutlich weniger zu Depressionen als die Menschen, die im Winter geboren werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Temperament bereits bei der Geburt festgelegt ist. Genetische Faktoren sowie Umwelteinflüsse und soziale Kontakte spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung prägender Charakterzüge. Aber es scheine, dass die Jahreszeit der Geburt die Chance auf bestimmte Stimmungsstörungen erhöhe oder senke, so Gonda in einer Mitteilung.

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