Spezialmaske: Sommers Karbon-Experiment beginnt

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SpezialmaskeSommers Karbon-Experiment beginnt

Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino sind zwei Positionen offen: Einen Entscheid fällt Nati-Trainer Valdimir Petkovic, den anderen Yann Sommer.

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ete

Nati-Trainer Vladimir Petkovic sagt, wie es Stephan Lichtsteiner nach seiner Herz-OP geht. (Video: 20 Minuten)

Er sagt es mit einem Schmunzeln, denn die gleiche Antwort hat Vladimir Petkovic schon vor einem Monat gegeben, als er auf die Aufstellung angesprochen wurde. «Ich habe neun von elf Spielern für die Startaufstellung schon im Kopf», meinte der Nati-Coach vor den Qualifikationsspielen gegen Slowenien (3:2) und England (0:2).

Eine von zwei personellen Fragen betrifft die Goalie-Position, nachdem Oscar Wendts Knie im Champions-League-Spiel gegen Manchester City Yann Sommer einen sprichwörtlich bleibenden Eindruck (oder Abdruck) hinterlassen hatte. Der Gladbach-Keeper und Nummer 1 im Tor der Schweizer Nationalmannschaft rückte mit einer gebrochenen Nase und einem weissen Pflaster ein.

Am Dienstagmorgen erhält Sommer eine Spezialmaske aus Karbon, die er in den kommenden Tagen testen wird. «Ob ich spiele, hängt davon ab, wie gut ich den Ball sehe, denn es macht keinen Sinn, wenn ich nicht hundertprozentig fit bin», sagt Sommer. Petkovic überlässt die Entscheidung seinem Goalie. «Wir haben genügend Zeit. Der Spieler allein entscheidet.»

Lichtsteiner-Ersatz gesucht

Über die zweite Position entscheidet der Trainer. Das sagt zumindest Silvan Widmer, einer von zwei Kandidaten (neben Michael Lang, Basel), die Stephan Lichtsteiner auf der Position des Rechtsverteidigers ersetzen können. Der 77-fache Internationale (5 Tore) wurde letzte Woche im Cardinal-Massaia-Spital in Asti von Professor Gaita am Herzen operiert, nachdem Herzrhythmusstörungen bei ihm festgestellt worden waren. Der 31-jährige Juve-Star, der rund einen Monat pausieren muss, beruhigte seine Fans via Facebook: «Ich habe den Eingriff gut überstanden. Ich werde alles daran setzen, bald wieder topfit zu sein.»

Petkovic spricht von einer unangenehmen Sache, schockiert sei er aber nicht gewesen. «Ich habe mit Stephan gesprochen und er klang sehr positiv. Er fällt jetzt für eine kurze Zeit aus, aber er wird als neuer, noch besserer Stephan zurückkommen. Ich wünsche ihm alles Gute und gute Besserung.»

Auf dem Papier eine einfache Aufgabe

«Durch die Verletzung von Stephan Lichtsteiner hat sich meine Chance auf einen Einsatz erhöht. Es ist aber auch klar, dass ich dem Trainer in den Trainings zeigen muss, dass ich bereit bin und unbedingt spielen will. Das ist mein Ziel in den nächsten Tagen», sagt Widmer. «Man muss zeigen, dass man stolz ist, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Natürlich sind auch technische und taktische Aspekte ausschlaggebend, ob man zum Einsatz kommt, aber ich glaube, in erster Linie will der Trainer Wille und Entschlossenheit sehen.»

Zum Spiel gegen San Marino sagt Widmer: «Auf dem Papier scheint die Aufgabe relativ einfach, aber genau das ist die Schwierigkeit. Wir müssen in beiden Spielen über unsere Grenzen hinausgehen und dann werden wir die Qualifikation für die EM packen.»

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