Diamant, Skorpion und SEK: Sondereinheiten messen ihre Kräfte
Publiziert

Diamant, Skorpion und SEKSondereinheiten messen ihre Kräfte

Wenn Elitepolizisten gegeneinander antreten, geht es vor allem um Teamarbeit und Köpfchen – aber auch um Muskeln und Ausdauer.

von
ann

Elitepolizisten im Wettkampf: So sind sie für den Ernstfall besser vorbereitet.

Mitten im Wald im Säuliamt balancieren Polizisten an einem Seil gesichert auf einem Baum über ein tiefes Tobel. Sie haben es eilig, denn die Männer sind Mitglieder der Einsatzgruppe Skorpion der Stadtpolizei Zürich. Für einmal sind sie aber nicht wegen eines Ernstfalls im Einsatz, sondern bestreiten einen Wettkampf.

Mit neun Einheiten der Einsatzgruppe Diamant und einer Einheit des Sondereinsatzkommandos (SEK) Baden-Württemberg messen sie sich an verschiedensten Posten. Hier im Wald bei der Kniebreche müssen sie vor allem Köpfchen beweisen.

«Wir müssen alle nochmal zurück»

«Sie müssen innerhalb einer bestimmten Zeit mehrere Aufgaben richtig lösen, um weiterzukommen», sagt Ruedi Hiestand. Dem Abteilungsleiter Instruktion der Kantonspolizei Zürich ist auch die Einsatzgruppe Diamant unterstellt, die den Wettkampf organisiert hat.

1 / 8
Der Baumstamm über dem tiefen Tobel in einem Wald im Säuliamt ist gehört zum Posten Kniebrecher. Hier müssen die Polizisten der Sondereinheit mehrere Fragen richtig beantworten, um weiterzukommen. Gefragt ist hier vor allem Köpfchen.

Der Baumstamm über dem tiefen Tobel in einem Wald im Säuliamt ist gehört zum Posten Kniebrecher. Hier müssen die Polizisten der Sondereinheit mehrere Fragen richtig beantworten, um weiterzukommen. Gefragt ist hier vor allem Köpfchen.

Die Polizisten lesen aufmerksam die nächste Aufgabe durch.

Die Polizisten lesen aufmerksam die nächste Aufgabe durch.

Dann muss es schnell gehen. Nur 30 Minuten haben sie Zeit, um die gesamte Aufgabe zu lösen.

Dann muss es schnell gehen. Nur 30 Minuten haben sie Zeit, um die gesamte Aufgabe zu lösen.

Dem Team Skorpion ist das in der Kniebreche nicht so gut gelungen. «Wir haben die vorherige Aufgabe falsch gelöst, wir müssen alle nochmal zurück und sie neu lösen», ruft der Gruppenführer. Das kostet die Mannschaft wertvolle Zeit. Am Schluss schaffen es nicht ganz alle, den Posten in den geforderten 30 Minuten zu beenden.

Monstertruck und Muskelkraft

An vielen Posten geht es aber nicht so sehr um Köpfchen, sondern vor allem um Muskelkraft und Teamarbeit. So zum Beispiel am Posten Landliebe, wo kurz vor Mittag Mitglieder der Einheit Diamant einen schweren Stein so weit wie möglich werfen müssen. Am besten gelingt es jenen, die dabei Anlauf nehmen und den ganzen Körper einsetzen. Danach gilt es, in brütender Hitze eine volle Milchkanne und eine mit schweren Eisenelementen gefüllte Schubkarre über einen Parcours zu schieben oder zu tragen.

Anders beim Monstertruck, der vor allem ein Plauschelement ist. Das Auto mit den Riesenrädern gehört einem Polizisten, darum lässt es sich kostengünstig in den Wettkampf integrieren. Die Kunst ist hier, das Lenken durch die Hindernisse zu meistern: Die Hinterachse wird mit einem Joystick bedient. Eine Einheit von Diamant meistert das sehr gut.

Besser vorbereitet für den Ernstfall

Für Ruedi Hiestand braucht es vor allem Schläue und Erfahrung, um in solchen Wettkämpfen zu brillieren. Ziel sei aber nicht, dass alle Teams Glanzresultate erzielten. «Die Mitglieder der Einsatzgruppe haben im Alltag alle ganz normale Polizistenjobs, bei Diamant sind sie nebenbei.» (siehe Box)

Darum seien solche Anlässe wichtig, um sich besser kennenzulernen. Der Gruppenführer finde so heraus, wo die Stärken und Schwächen der Einzelnen liegen. Zudem wisse er so im Ernstfall besser, wen er wie einsetzen muss. «Es ist eine gute Form der Teambildung.»

Einsatzgruppe Diamant

Rund 75 Polizisten der Kantonspolizei Zürich gehören zur Einsatzgruppe Diamant. Sie werden in einem aufwendigen Verfahren aus dem Kreis der ausgebildeten Polizisten ausgewählt. «Dreiviertel bestehen den Einstiegstest nicht», sagt Abteilungsleiter Ruedi Hiestand von der Kantonspolizei Zürich. In einem Grundlehrgang werden die neuen Diamant-Mitglieder im Bereich Personenschutz und Intervention ausgebildet. Danach folgen etwa einmal pro Monat zwei Tage, an denen es um Taktik und Training geht. Hiestand: «Bei Diamant dabei zu sein, ist eine Ehre.» (ann)

Deine Meinung