Hexenjagd bis Hooligans: Sonderschau über Basler Verbrechen
Aktualisiert

Hexenjagd bis HooligansSonderschau über Basler Verbrechen

Die Ausstellung «Schuldig» ist nichts für schwache Gemüter: In der Barfüsserkirche gibt es Düsteres zu bestaunen.

von
Anna Luethi

«Wörter wie brutal oder grausam verwenden wir in der Ausstellung bewusst nicht – die Besucher sollen sich selbst ein Urteil machen», sagt Kurator Franz Egger. Das Historische Museum hat unter dem Titel «Schuldig» Kriminal- und Rechtsfälle zusammengetragen, die unter die Haut gehen. So wird etwa die Hexenverfolgung anhand über 400 Jahre alter Schriften, die Totenmasken der Mörder Sandweg und Velte, die Basel in den 30er Jahren auf Trab hielten, oder ein Kindsmordfall mit den Mumien zweier Säuglinge gezeigt.

Auch ein Film der letzten Hinrichtung Frankreichs ist zu sehen. Dennoch betont Egger: «Uns geht es nicht darum, zu schockieren. Kriminalität ist immer auch Kulturgeschichte.» So wird der Bogen bis in die Neuzeit gespannt und etwa Verwüstungen durch Hooligans als moderne Kriminalität thematisiert. «Besonders erschüttert hat mich nicht altes Folterwerkzeug, sondern eine aktuelle Videoumfrage, bei der sich die meisten Basler für die Wiedereinführung der Todesstrafe aussprachen», sagt Egger. Dass die Ausstellung und das Thema einiges an Diskussionspotenzial aufweist, zeigen auch die vielen Voranmeldungen von Schulklassen. Zudem wartet «Schuldig» mit einem umfangreichen Begleitprogramm auf – vom Gefängnisrundgang bis zur Matinee mit einem ehemaligen Verbrecher.

www.hmb.ch

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