Langstrassen-Quartier: «Sonne» geht wieder auf – und bleibt eine Milieu-Beiz
Aktualisiert

Langstrassen-Quartier«Sonne» geht wieder auf – und bleibt eine Milieu-Beiz

Weder Ballermann- noch Fastfood-Schuppen: Ein halbes Jahr nach der konkursamtlichen Schliessung steht die Sonne im Kreis 4 vor der Wiedereröffnung – das neue Konzept ist das alte.

von
rom

Der Kunststeinboden ist poliert und glänzt wie neu, Tische und Stühle sind gereinigt – sonst aber sieht alles noch aus wie eh und je: So präsentiert sich die legendäre Milieu-Beiz Sonne im Zürcher Bermuda-Dreieck am Dienstagnachmittag. Immer wieder schauen ältere Männer und jüngere Frauen neugierig durch die frisch geputzten Fenster in das Lokal hinein.

Bald können sie auch eintreten, denn gut sechs Monate nach der konkursamtlichen Schliessung wird man hier wieder Bier zapfen und Menüs kochen. «Die Stadt hat das Lokal bereits abgenommen – es gibt noch einige kleinere Beanstandungen, aber grundsätzlich haben wir grünes Licht erhalten und können jederzeit loslegen», sagt Roland Feuz, Sprecher der Hauseigentümerin Rofox AG.

Klar ist auch: Die Sonne bleibt wie bisher eine Kontakt-Bar. Weder am Konzept mit Live-Musik noch an der Einrichtung wurde etwas geändert. Letztere übernimmt der künftige Pächter mitsamt Geschirr und Apparaten aus der Konkursmasse des Vorgängers.

Unterschrift fehlt noch

Was noch fehlt, ist die vertragliche Unterschrift des Pächters. «Sobald diese da ist, geht das Lokal auf – dies kann noch vor Weihnachten der Fall sein», sagt Feuz. Um wen es sich beim Pächter handelt, könne er nicht verraten. Nur so viel: Es sei jemand, der das Quartier kenne und über Gastronomieerfahrung verfüge.

Laut Feuz hätte man die Sonne x-mal vermieten können, das Interesse sei riesig gewesen: Darunter waren auch ein Ballermann-ähnliches Lokal und ein Fastfood-Riese. «Letzterer hätte allerdings nur einen Teil der Fläche mieten wollen.»

Entspannung im Rotlicht-Milieu?

Nach Prüfung verschiedener Optionen sei man zur Einsicht gelangt, dass eine Kontakt-Bar wie bisher am meisten Erfolg verspreche. «Den hierfür benötigten, solventen Pächter haben wir nun gefunden», so Feuz. Zur Höhe der Miete will er keine Angaben machen. Der Vorgänger soll netto etwas unter 40'000 Franken im Monat bezahlt haben.

Die Wiedereröffnung der wohl berühmtesten Kontakt-Bar der Schweiz dürfte im Langstrassen-Quartier zu einer Entspannung im Rotlicht-Milieu führen. Seit deren Schliessung sprachen Prostituierte ihre Freier vermehrt auf der Strasse an, was eigentlich nicht erlaubt ist. Die Stadtpolizei hatte in den ersten Wochen ihre Patrouillentätigkeit verstärkt und häufiger Frauen wegen verbotener Prostitution verzeigt.

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