Fasnacht 2012: Sonne und strahlende Gesichter

Aktualisiert

Fasnacht 2012Sonne und strahlende Gesichter

Petrus muss ein Fasnächtler sein: Auch am letzten Fasnachtstag 2012 strahlte die Sonne mit den vielen fröhlichen Gesichtern um die Wette.

von
Susan Pedrazzi

Einmal mehr vergossen eingefleischte Fasnächtler Tränen, denn Frau Fasnacht ist nach drei Tagen wieder ausgezogen. Umso mehr schmerzt der Abschied, weil sich das Wetter bis zum Schluss von der besten Seite zeigte: Bei frühlings­haften Temperaturen um die 15   Grad strömte Jung und Alt zu Tausenden in die Stadt. «Seit 2001 hatten wir nicht mehr so schönes Wetter», sagt Comité-Obmann Christoph Bürgin. Deshalb sei die Stimmung auch durchgehend super gewesen. Von den Tausenden Besuchern von nah und fern profitierten vor allem die Wirte und die Standbetreiber: «Das Geschäft lief sehr gut. Während des Guggenkonzerts vom Dienstagabend sind wir fast nicht mehr nachgekommen», sagt Matthias Steiger, der auf dem Marktplatz einen Wurststand betreibt.

Unter den vielen Fasnachtsbegeisterten war auch die Familie Ortlieb, die extra aus Mülhausen angereist war: «Das Wetter ist einfach perfekt, die Fasnacht ist ein riesiges Fest.» Diese Meinung teilt auch Roger Blöchliger von der Waagen­clique Rätzebätze: «Ich genoss die drei Tage sehr und war viel an der frischen Luft.» Und er ergänzt: «Solches Wetter ist das Tüpfchen auf dem i – ein ­richtiger Fasnächtler freut sich bei jedem Wetter.»

Lälli-Clique: Seit 100 Jahren jung

Die Lälli-Clique feierte an der diesjährigen Fasnacht Jubiläum: Mit stolzen 100 Jahren ist ihre Junge Garde die älteste in Basel. Deshalb teilten sich die Binggis, die Junge Garde und die Alte Garde sowie der Stamm heuer das Sujet «Mir sinn sit 100 Joor verspiilt und no kai bitz erwaggse». Der riesige Zug – allein die Binggis und die Junge Garde zählen 70 Mitglieder – waren allesamt als farbige Bauklötze kostümiert. «Der Aufwand hat sich gelohnt», so Obfrau Annalena Hottinger.

«S'spitzig Ryssblei» gewinnt

«S' spitzig Ryssblei» hat den Schnitzelbank-Wettbewerb Zyschtigsbryys im proppenvollen Atlantis für sich entschieden. Auf dem zweiten Platz der Publikumswertung landete «D' Voogelschyychi», der dritte ging an «Dr Spitzbueb». Am zweiten Zyschtigsbryys – dem Nachfolger des Schnaabelbryys – präsentierten sich insgesamt 20 Bängg – vom Grienschnaabel bis zu Klassikern wie etwa dem Erst- und Drittplatzierten. Leider war die Themenpalette weniger breit als auch schon: Coop-Gammelfleisch, Fink und der «bessere Vogel», Ikea-Kampfjets und die Sexbox waren fast in allen Formationen ein Thema und entsprechend kam es bei den Pointen immer wieder zu Déjà-vus. Umso erfrischender war da der Bangg-Nachwuchs: «D Gryysel» überzeugten mit einer wilden Performance. Die Verbliibene – ein Bangg in seinem ersten Jahr – verpassten das Podest mit ihrer Frische und Unverbrauchtheit nur knapp.

Ruhige Fasnacht laut Polizei

Der Fasnachtszyschtig ist laut der Basler Polizei ruhig verlaufen. Trotz zehntausenden Besuchern habe eine meist friedliche Stimmung geherrscht. Erst in den Morgenstunden sei es da und dort etwas lauter und aggressiver geworden, nicht zuletzt des vielen Alkohols wegen. Für Hektik sorgte kurzzeitig die Meldung, wonach auf dem Münsterplatz eine Laterne Feuer gefangen habe; statt Flammen gab es aber nur ein bisschen Qualm.

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