Bisher noch harmlos: Sonnensturm trifft auf Erde
Aktualisiert

Bisher noch harmlosSonnensturm trifft auf Erde

Ein Sonnensturm hat wie von Experten vorhergesagt am Samstagabend die Erde erreicht. Satelliten wurden nicht beschädigt. Für Entwarnung ist es jedoch zu früh.

Einer der grössten Sonnenstürme traf am 8. März 2012 auf die Erde. Diese Aufnahme wurde im Nordwesten Kanadas gemacht.

Einer der grössten Sonnenstürme traf am 8. März 2012 auf die Erde. Diese Aufnahme wurde im Nordwesten Kanadas gemacht.

Der angekündigte Sonnensturm hat am Wochenende keine nennenswerten Schäden an der Technik im All verursacht, die Satelliten sind glimpflich davongekommen. Die Hauptfront des Sturmes traf am Samstagabend gegen 21.30 Uhr auf die Erde.

Von «geringen geomagnetischen Sturmaktivitäten» berichteten daraufhin die Experten des US-Meteorologischen Instituts (NOAA). Der Sturm habe die Stärke eins (»schwach») auf einer bis fünf reichenden Skala. Allerdings gaben die US-Astronomen noch keine Entwarnung: Die Aktivitäten könnten sich noch steigern und dann Stärke zwei (»moderat») erreichen.

Spektakuläre Nordlichter über Skandinavien

Satelliten wurden durch das kosmische Ereignis am Wochenende nicht beschädigt, sagte Juha-Pekka Luntama von der europäischen Weltraumagentur Esa. «Es war kein sehr starkes Ereignis», ergänzte er. «Es sind auch keine Schäden am Boden zu erwarten.»

Uneinigkeit bei Experten

Sonnenstürme entstehen, wenn die Sonne grosse Wolken elektrisch geladener Teilchen ins All schleudert und diese die Erde treffen. Die Sonnenaktivität schwankt dabei in einem etwa elfjährigen Zyklus. Seit 2010 nimmt sie wieder zu. Seit Donnerstag raste ein solcher Teilchenstrom von der 150 Millionen Kilometer entfernten Sonne heran.

Astronomen verfügen heutzutage aber über zahlreiche Messgeräte, um rechtzeitig warnen zu können. Dies war auch vor dem Wochenende der Fall. Die Experten der Esa und ihre US-Kollegen bei der NOAA und der Nasa waren sich bei der Einschätzung der zu erwartenden Sonnensturm-Stärke allerdings nicht ganz einig.

Luntama wies darauf hin, dass der Sonnenausbruch vom vergangenen Donnerstag aus Sicht und Erfahrung von Astronomen durchaus alle Voraussetzungen dazu hatte, zu einem starken Ereignis zu werden. Erst später habe sich gezeigt, dass der Teilchenstrom doch nicht so schnell unterwegs war wie gedacht.

Starker Sonnensturm im Jahr 1859

Sonnenstürme hat es in der Erdgeschichte schon immer gegeben, aber erst die zunehmend technisierte Zivilisation wird anfällig dafür. Schäden durch Sonnenausbrüche sind schon von Beginn des elektrischen Zeitalters an belegt.

Ein besonders starker Sonnensturm hatte etwa am 1. und 2. September 1859 die gerade eingeführten Telegrafenleitungen unterbrochen, Feuer in Telegrafenstationen entfacht und Polarlichter erzeugt, die noch in Rom und Havanna sichtbar waren. (sda)

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