Weltraum: Sonnensturm trifft auf Erde – fällt das GPS aus?

Publiziert

WeltraumSonnensturm trifft auf Erde – fällt das GPS aus?

Ein gewaltiger Ausstoss geladener Teilchen könnte am Dienstag die Erde treffen. Der direkte Treffer kann Radio- und GPS-Signale stören.

von
Reto Bollmann
1 / 5
Ein Sonnensturm könnte voraussichtlich am Dienstag die Erde erreichen.

Ein Sonnensturm könnte voraussichtlich am Dienstag die Erde erreichen.

imago images/Michal Boubin
Im Extremfall können Sonnenstürme zu Stromausfällen führen.

Im Extremfall können Sonnenstürme zu Stromausfällen führen.

IMAGO/Sven Simon
Ebenfalls führen sie zu verstärktem Auftreten von Polarlichtern.

Ebenfalls führen sie zu verstärktem Auftreten von Polarlichtern.

IMAGO/YAY Images

Darum gehts

  • Die Sonne ist momentan besonders aktiv.

  • Sogenannte Sonnenstürme können die Erde erreichen und Kommunikationssysteme stören.

  • In den nächsten Tagen erreicht wohl ein starker Sturm die Erde.

Dr. Thamitha Skov ist als Physikerin auf das «Wetter» im Weltraum spezialisiert. Am Wochenende hat US-Forscherin Skov vor einem besonders starken Sonnensturm gewarnt, der die Erde direkt treffen könnte. 

Mit einem herkömmlichen Sturm, wie wir ihn auf unserer Erde erleben, hat ein Sonnensturm nur wenig gemeinsam. Denn ein Sonnensturm bestehe aus einer grossen Menge geladener Teilchen, welche von der Sonne ausgestossen würden und die Erde treffen könnten, wie Futurezone schreibt. In schweren Fällen könne dabei moderne Technologie in Mitleidenschaft gezogen werden – so zum Beispiel der Mobilfunk sowie Radio und GPS.

Dies ist der Fall, weil die Sonnenteilchen die Ionosphäre beeinflussen, welche einen Teil der Erdatmosphäre darstellt. Da Funkwellen diese Ionosphäre als eine Art Spiegel benutzen, der die Signale zur Erde reflektiert, können die Kommunikationssysteme gestört werden.

Aktuell ist die Sonne in einer aktiven Phase des elfjährigen Sonnenzyklus, daher ist es wahrscheinlich, dass sich solche Ereignisse in der nächsten Zeit häufen. Kommen besonders starke Sonnenstürme auf der Erde an, kann die Navigation von Schiffen und kleinen Flugzeugen beeinträchtigt werden, welche auf GPS angewiesen sind.

Im Extremfall führen Sonnenstürme sogar zu Blackouts auf der Erde. Denn die geladenen Teilchen können sehr starke Ströme in Hochspannungsleitungen induzieren. Die Folge ist, dass Transformatoren gestört werden und der Strom ausfällt. Am ehesten betroffen von diesen Folgen sind Nordeuropa, Kanada und Russland.

Ein Sonnensturm hat im Februar dieses Jahres der Raumfahrtfirma SpaceX die Inbetriebnahme Dutzender neuer Satelliten kräftig verhagelt. Bis zu 40 von 49 Kleinsatelliten, die erst eine Woche zuvor lanciert worden waren, seien durch einen Sturm aus der Umlaufbahn gefallen und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht, teilte das US-Unternehmen von Elon Musk mit.

SWPC stuft Sturm als schwach ein

Anders als Dr. Thamitha Skov stuft das auf Weltraumwetter spezialisierte Space Weather Prediction Center (SWPC) den Sturm ein. Laut der Skala des SWPC handelt es sich beim Sturm nämlich nur um einen der Klasse G1 – die schwächste Form, wie Newsweek berichtet.

Die Geschwindigkeit von ausgestossenen geladenen Teilchen kann stark variieren, wobei einige nach Angaben des SWPC die Erde in nur 15 bis 18 Stunden erreichen können. Der aktuell beobachtete Sonnensturm wurde am 15. Juli ausgestossen und bewegt sich besonders langsam. 

Wissen-Push

Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Wissen» an – et voilà!

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

41 Kommentare