Aktualisiert 14.06.2004 15:07

Sonnentempler-Prozess verschoben

Der Appellationshof von Grenoble hat am Montag den Berufungsprozess gegen den Genfer Dirigenten Michel Tabachnik um ein Jahr auf den 13. Juni 2005 verschoben.

Tabachnik ist der mutmasslich einzige ranghohe Überlebende der Sonnentempler- Sekte.

Der Gerichtspräsident Jacques Buisson bekannt, dass es sich dabei um die «letzte Verschiebung» handle. Der Fall werde erst ab nächsten März wieder aufgerollt, weil der Angeklagte das Recht habe, dass das Gericht «in einer ruhigen Atmosphäre und einem angemessenen Zeitraum» über die Affäre urteile.

Weiteres Verfahren

Das Gericht hatte bereits am 22. September entschieden, das Resultat einer gerichtlichen Untersuchung gegen den wichtigsten Experten und Psychiater Jean-Marie Abgrall abzuwarten. Die Untersuchung wurde auf Antrag der beiden Anwälte von Tabchnik eingeleitet.

Abgrall wird beschuldigt, das Untersuchungs- und das Berufsgeheimnis verletzt zu haben. Ein Urteil steht jedoch noch aus und Abgrall hat die Möglichkeit, dagegen zu rekurrieren.

Bisher nur Freisprüche

Tabachnik steht wegen der mutmasslichen Selbstmorde der Sonnentempler-Sekte in Frankreich vor Gericht. Dem Dirgenten, der als spiritueller Führer der Sonnentempler galt, wird vorgeworfen, einer der Anstifter für die Tötungen innerhalb der Sonnentempler- Sekte zwischen 1994 und 1997 gewesen zu sein.

Bei vier Sektendramen in der Schweiz, im Vercors-Massiv bei Grenoble und in Kanada kamen insgesamt 74 Menschen unter nicht geklärten Umständen ums Leben.

In der Schweiz, wo 1994 insgesamt 48 Mitglieder der Sekte gestorben waren, endete das Verfahren im Kanton Freiburg mit Freispruch, im Wallis wurde gar nie ein Verfahren eingeleitet. Mit Freispruch endete auch der Prozess in Kanada. (sda)

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