Sommermode 2015: Sorbet auf der Haut
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Sommermode 2015Sorbet auf der Haut

Die Modedesigner haben sich in ihren Frauen-Kollektionen dem Nachtisch zugewandt. Männer inspirieren sich im Kohlekeller.

von
Antonia Lange
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Show von Emilio Pucci: Curry zählt zu den Trendfarben 2015

Show von Emilio Pucci: Curry zählt zu den Trendfarben 2015

Mourad Balti Touati/dpa
Catherine, Herzogin von Cambridge, trägt die Trendfarbe Pastellgelb als Blumenmuster.

Catherine, Herzogin von Cambridge, trägt die Trendfarbe Pastellgelb als Blumenmuster.

Facundo Arrizabalaga/dpa
Show von Marcin Paprocki und Mariusz Brzozowski in Polen: Der Mann trägt Grautöne.

Show von Marcin Paprocki und Mariusz Brzozowski in Polen: Der Mann trägt Grautöne.

epa/Tomasz Gzell

Wer in diesem Sommer stilecht schwitzen will, hüllt sich in die Farbe des sizilianischen Likörweins Marsala. Auch zu Sorbet können Modebewusste greifen – oder sich in Curry kleiden. Ein Blick auf Laufstege und in Schaufenster zeigt: Die (Mode-)Farben des Sommers sind in diesem Jahr vom Lunch inspiriert.

"In der Mode arbeitet man mit Farbgeschichten", sagt Diplom-Designer Robert Herzog von der Staatlichen Modeschule in Stuttgart. In diesem Sommer erzählen die Designer offensichtlich besonders gern von exotischen Gewürzen: Rotes Curry, gelbes Curry, aber auch Orange liegen dem Experten zufolge im Trend.

Trends aus der Eisdiele

Die rotbraune Nuance des Marsala wurde vom Farbinstitut Pantone jüngst zur Farbe des Jahres 2015 gewählt. Auch in den Schaufenstern großer Modeketten wie Zara & Co hängen Stoffe in diese Farbton an den Puppen.

Eine andere Sommerfarbe ist deutlich heller: Die Eisdiele liege in dieser Saison im Trend, sagt Herzog. Dazu zählen Sorbettöne wie Rosé, gräuliches Flieder oder auch ein zartes Gelb. Jüngst zeigte sich beispielsweise auch Herzogin Kate zur Geburt ihres Töchterchens in einem gelb-geblümten Kleid.

"Weichheit und zarte Weiblichkeit"

"Bei den Farben sind Pastelltöne ein ganz großes Thema", bestätigt Karin Veit, Kreativdirektor beim Modekonzern Marc Cain. Pistazien-Töne oder Rosé erzählten "eine Story von Weichheit und zarter Weiblichkeit". Bei den Drucken dominieren Blumen, Tiere, Streifen und Punkte.

Und die Männer? Bei denen geht es weniger bunt zu: "Die Farben bleiben in einer Palette von Schwarz und Weiß, etwas Kohle-farbigem Grau und einem Hauch von leuchtendem Rot", heißt es etwa bei Hugo Boss zur Sommer-Kollektion von Hugo Men.

Neon bleibt im Schrank

"Die Männer sind ein kleines bisschen sachlicher", sagt Modeexperte Herzog. Allerdings kauften sie ohnehin eher "Anlass-orientiert" und weniger nach Trendfarben. Wie bei den Männern gehen Schwarz, Weiß und Grau auch bei Frauen in dieser Saison gut.

Und womit greifen Männlein wie Weiblein voll daneben? Neon sollte diesen Sommer anders als im Vorjahr wohl besser im schattigen Kleiderschrank bleiben - zumindest bei einem großflächigem Aufdruck. "Als Akzent bleibt es, aber als komplettes Kleidungsstück ist es out", sagt Designer Herzog. Die Farbe Grün bewege sich indes eher im Trend-neutralen Mittelfeld – und tauche eher in Kombination mit anderen Tönen oder in Form von Dschungel-Prints auf.

Wer sich nun fühlt, als sei er modisch in den völlig falschen Farbtopf gefallen, dem sei Entwarnung gegeben: "Im Prinzip ist Mode immer individuell", sagt Herzog. "Man muss es mögen und vertreten können. Dann passt es auch."

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