Aktualisiert 31.03.2007 06:48

Sorge vor Eskalation treibt den Ölpreis hoch

Der Ölpreis hat wegen der Zuspitzung der Lage am Persischen Golf seinen Höhenflug fortgesetzt. Einer der grossen Profiteure der Preisentwicklung ist dabei der Iran selbst.

Ein Fass der US-Sorte WTI kostete am Freitagmorgen im asiatischen Handel 66.72 Dollar, 69 Cent mehr als am Vortag. Die Lage im Iran ist laut Analysten weiter das dominierende Thema an den Ölmärkten.

Der UNO-Sicherheitsrat äusserte nach einer mehr als vierstündigen Debatte am Donnerstagabend in New York «grosse Besorgnis» über die Krise, verzichtete aber auf eine Verurteilung des viertgrössten Ölförderlands der Welt.

Iran profitiert

Die Profiteure der Spekulationen um das schwarze Gold lassen bei den Erdölexporteuren die Kasse klingeln. Ganz vorne mit dabei: Der Iran, der mit provokativen Äusserungen ständig neues Öl ins Feuer giesst.

Iran ist der viertgrösste Erdölproduzent weltweit. Erdöl ist praktisch das einzige Exportgut des Landes. Täglich werden vier Millionen Barrell gefördert, jeden Tag werden 2,4 Millionen Fass exportiert. Durch den gestrigen Preisanstieg werden auf einen Schlag täglich Millionen Dollar mehr in die Staatskasse gespült.

Steigender Selbstbedarf

Mittelfristig steht der Iran aber vor einem Problem: Zwar ist reichlich Öl vorhanden, doch wird es schlecht verwaltet. Das Hauptproblem ist dabei, dass in Iran Öl und Benzin äusserst billig sind. Der Liter Benzin kostet 8 US-Cent.

Durch die Staatssubventionen steigt der Ölverbrauch ungebremst immer höher (siehe Grafik). Zudem sind die iranischen Raffinerien schlecht gewartet und verlieren dabei an Effizienz. Deshalb importiert Iran absurderweise Benzin - die Verarbeitung des Erdöls im Ausland ist billiger als das Reparieren der eigenen Anlagen.

Experten rechnen damit, dass die Erdölexporte in nächster Zeit jährlich um 10 bis 12 Prozent sinken werden. Setzt sich der Trend fort, wird 2014 oder 2015 schliesslich alles Erdöl selbst gebraucht und nichts mehr exportiert. Iran will Atomkraftwerke bauen, um den steigenden Energiebedarf zu decken. (sda)

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