Virusvariante B.1.1.529 – «Nicht ideal» – Swiss und Edelweiss kritisieren Flugverbot des Bundes
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Virusvariante B.1.1.529 «Nicht ideal» – Swiss und Edelweiss kritisieren Flugverbot des Bundes

Die neu entdeckte Virusvariante B.1.1.529 gibt Anlass zur Sorge. Nun gibt der Bund bekannt: Alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas sind verboten. Auch die Swiss und Edelweiss reagieren.

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Alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas sind per 26.11.2021 verboten.

Alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas sind per 26.11.2021 verboten.

20min/Taddeo Cerletti
Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss kritisieren den Entscheid des Bundes. 

Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss kritisieren den Entscheid des Bundes.

20min/Taddeo Cerletti
Trotzdem passen sich die Fluggesellschaften an und werden «bis auf weiteres von Südafrika in die Schweiz lediglich Fluggäste mit Schweizer und Liechtensteiner Staatsbürgerschaft oder entsprechender Schweizer oder Liechtensteiner Aufenthaltsbewilligung transportieren».

Trotzdem passen sich die Fluggesellschaften an und werden «bis auf weiteres von Südafrika in die Schweiz lediglich Fluggäste mit Schweizer und Liechtensteiner Staatsbürgerschaft oder entsprechender Schweizer oder Liechtensteiner Aufenthaltsbewilligung transportieren».

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Die neue Corona-Variante aus Südafrika löst weltweit Sorgen aus.

  • Die Schweiz reagiert nun auf die Entwicklung.

  • Es wurden zahlreiche Massnahmen beschlossen.

Aus Südafrika werden Fälle einer neuen Corona-Variante gemeldet, die wegen ungewöhnlich vieler Mutationen für Beunruhigung sorgt. Es besteht laut Bundesamt für Gesundheit BAG die Möglichkeit, dass die bisherigen Impfstoffe gegen die neue Corona-Variante B.1.1.529 weniger wirksam sind. Der Bund hat nun Massnahmen ergriffen, um die Verbreitung der neuen Variante in der Schweiz nach Möglichkeit zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, das schreibt er in einer Mitteilung.

Regelungen gelten ab 26.11.2021, 20 Uhr

So würden alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas verboten. Bei der Einreise aus der Region Südafrika, aus Hongkong, Israel und Belgien müssen zudem alle Personen ab 26.11.2021, 20 Uhr, einen negativen Covid-19-Test vorlegen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Eine Einreise aus diesen Ländern ist für Personen, die nicht Schweizer Bürgerinnen oder Bürger sind oder über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz oder im Schengenraum verfügen, nicht mehr möglich.

Sämtliche Flüge aus Botsuana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe und Südafrika sind laut BAG für unbestimmte Zeit verboten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt könne für Rückführungen von Schweizer Bürgerinnen oder Bürgern oder von Personen, die über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz verfügen, Ausnahmebewilligungen erteilen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Fluggesellschaften setzen Vorgaben um

Swiss und Edelweiss reagieren auf die Massnahmen des Bundes und werden «bis auf weiteres von Südafrika in die Schweiz lediglich Fluggäste mit Schweizer und Liechtensteiner Staatsbürgerschaft oder entsprechender Schweizer oder Liechtensteiner Aufenthaltsbewilligung transportieren», wie die Fluggesellschaften in ihren Medienmitteilungen schreiben. Weiter: «Diese müssen bei der Einreise ausserdem ein negatives Covid-Testresultat vorweisen können. Voraussetzung ist die behördliche Genehmigung der Rückflüge.»

Beide Fluggesellschaften üben aber auch Kritik: «Wir weisen jedoch darauf hin, dass aufgrund von Erfahrungen der vergangenen Monate Flugverbote nicht ideal sind, um die Ausbreitung einer neu entdeckten Virusvariante zu unterbinden», so Edelweiss und Swiss.

Bist du derzeit in der betroffenen Region und sitzt fest? Erzähl uns, wie du die momentane Situation erlebst!

Test- und Quarantänepflicht sollen ausgedehnt werden

Bisher wurde die Virusvariante in mehreren Ländern des südlichen Afrikas, in Hongkong, Israel und Belgien nachgewiesen. Reisende aus der Region Südafrika und den vorgenannten Ländern müssen beim Boarding und bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorweisen können, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Für alle Einreisenden aus diesen Ländern wird zudem eine zehntägige Quarantäne verfügt. Der Transport vom Flughafen nach Hause soll laut BAG nicht durch den öffentlichen Verkehr erfolgen. Diese Test- und Quarantänepflichten sollen auf weitere Länder ausgedehnt werden, in denen die neue Virusvariante nachgewiesen wird. Ausgenommen sind die Nachbarländer der Schweiz.

Situation in der Schweiz

Die Variante B.1.1.529 wurde in der Schweiz mit dem Gensequenzierungs-Überwachungsprogramm bis jetzt nicht nachgewiesen. «Der Bund weist die Kantone und Fluggesellschaften an, sämtliche Personen, die in den letzten zwei Wochen aus dem südlichen Afrika in die Schweiz eingereist sind, persönlich zu kontaktieren», schreibt das BAG. Diesen Personen werde die Durchführung eines PCR-Tests dringend empfohlen. Positive Resultate würden sequenziert.

Das BAG steht in engem Kontakt mit der WHO, der EU und den europäischen Nachbarn. Die Massnahmen werden laufend an die neuen Erkenntnisse angepasst. Für Reiseplanungen resp. Änderungen von bestehenden Buchungen in den nächsten Wochen (namentlich über Weihnachten) empfiehlt der Bund, die Erkenntnisse der kommenden Tage abzuwarten.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(lea)

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