Sorgen wegen Energiepreisen
Aktualisiert

Sorgen wegen Energiepreisen

Die Finanzminister der G-8-Staaten haben sich besorgt über die anhaltend hohen Energiepreise gezeigt.

Ungeachtet dieses Risikofaktors sei die Weltwirtschaft jedoch weiterhin auf Wachstum eingestellt, betonten sie.

Das zweitägige Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russland ging am Samstag in St. Petersburg zu Ende. In ihrer Schlusserklärung sprachen sich die G-8-Minister gegen Protektionismus und für eine Fortsetzung der WTO-Gespräche über eine Liberalisierung des Welthandels aus.

Angesichts der Energiepreise auf Rekordniveau plädierten die Minister aus Russland, USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien für internationale Zusammenarbeit im Energiesektor. Sie riefen dazu auf, Investitionen im Energiesektor zu erleichtern und die Energieeffizienz zu verbessern.

Energiecharta bedeutsam

Zudem mahnten sie einen einheitlichen Weltstandard zur Erfassung der Ölreserven an, der für eine grössere Transparenz am Markt sorgen soll. In ihrer Erklärung hoben die Minister auch die Bedeutung der Energiecharta hervor, mit der die EU und Russland ihre Zusammenarbeit in diesem Bereich regeln wollten.

Die EU bezieht etwa ein Viertel ihres Erdgases aus Russland. Versorgungsengpässe nach einem Streit zwischen Russland und der Ukraine verschärften Anfang des Jahres die Furcht vor einer zu starken Abhängigkeit von Moskau. Russland hat die Charta unterschrieben, jedoch nicht ratifiziert.

Doha-Gespräche vorantreiben

Angesichts der stockenden Gespräche über eine weitere Liberalisierung des Welthandels riefen die G-8-Finanzchefs zu schnellen Fortschritten auf. Die Doha-Runde der Welthandelsorganisation WTO sollte eigentlich bis Jahresende abgeschlossen werden; dieses Datum ist allerdings in Gefahr.

Die USA und die EU sind von den Entwicklungsländern aufgefordert, ihre Agrarbeihilfen und ihre Importzölle für Agrarprodukte aus den Entwicklungsländern zu streichen. Washington und Brüssel drängen wiederum die aufstrebenden Wirtschaftsnationen, ihre Märkte stärker für westliche Industrieprodukte zu öffnen.

Die Finanzminister wollten bei ihrem zweitägigen Treffen vor allem den Gipfel der G-8-Staats- und Regierungschefs in fünf Wochen in St. Petersburg vorbereiten. Konkrekte Ergebnisse waren nicht erwartet worden.

Russland bezahlt

Russland einigte sich am Rande des Treffens mit Deutschland auf die vorzeitige Rückzahlung eines Teils seiner Schulden. Gegenwärtig schuldet Russland Deutschland noch 7,7 Mrd. Euro. Die deutsche Seite ist an einer raschen Begleichung der gesamten ausstehenden Forderungen wenig interessiert, weil dadurch Zinsen verloren gehen.

Russland, das von seinen hohen Energieeinkünften profitiert, hatte im vergangenen Jahr bereits 15 Mrd. Dollar Schulden vorzeitig an die Mitglieder des Pariser Clubs der wichtigsten Gläubigerstaaten zurückgezahlt.

(sda)

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