Aktualisiert 29.10.2007 10:29

Sorgerechtsstreit endete in Doppelmord

Wegen Doppelmordes an seiner Frau und Tochter muss sich ein 39-jähriger Mann seit heute vor dem Landgericht Mönchengladbach (D)verantworten.

Er soll die beiden 38 und 18 Jahre alten Frauen laut Anklage unmittelbar nach einem Sorgerechtstermin am 9. März auf offener Strasse mit mehreren Kopfschüssen getötet haben. Auch habe er versucht, seinen zwölfjährigen Sohn umzubringen. In letzter Sekunde habe dieser jedoch hinter einem Auto vor den Schüssen in Deckung gehen können.

Als Motiv geht die Staatsanwaltschaft von einem «verletzten Machtanspruch» aus. Der 39-Jährige türkischer Abstammung habe seiner Frau nach der Trennung nicht die gemeinsamen 18, zwölf und neun Jahre alten Kinder überlassen wollen, hiess es in der Anklageschrift. Nach dem Doppelmord im März war eine Diskussion darüber entbrannt, ob das Verbrechen hätte verhindert werden können. Die Anwältin der Frau hatte nach eigenen Angaben vor Beginn des Gerichtstermins darauf aufmerksam gemacht, dass ein Haftbefehl gegen den bereits mehrfach gewalttätigen Mann existiere. Der 39-Jährige hatte den Gerichtssaal nach dem Sorgerechtstermin dennoch als freier Mann verlassen können.

Das Landgericht erklärte hingegen, ein Haftbefehl habe dem Richter nicht vorgelegen. Die Anwältin hätte dem Gericht nur ein Schreiben der Staatsanwaltschaft gezeigt, wonach ein Haftbefehl vollsteckt werden sollte, falls der Mann seine von ihm getrennt lebende Ehefrau erneut belästigen sollte.

Wegen Mordes droht dem 39-Jährigen, der sich gut eine Stunde nach der Tat auf einer Polizeiwache gestellt hatte, eine lebenslange Freiheitsstrafe. Angesetzt sind zunächst neun Verhandlungstage. Ein Urteil wird für Ende November erwartet. (dapd)

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