GP Katar: Sorgt Marquez für die dritte Töff-Revolution?
Aktualisiert

GP KatarSorgt Marquez für die dritte Töff-Revolution?

Marc Marquez (20) sorgt beim ersten MotoGP-Qualifying in Katar mit seinem Fahrstil für Gesprächsstoff. Nicht nur, weil er Valentino Rossi bezwingt.

von
Klaus Zaugg
Doha

Letzte Saison hat Marc Marquez die Moto2-WM gewonnen. Jetzt revolutioniert er mit seinem wilden Fahrstil die MotoGP-Klasse. Vor ziemlich genau einem Jahr hat der Spanier hier in Katar gleich zum Auftakt den WM-Traum von Tom Lüthi «zerstört». Der Emmentaler hatte alle Trainings dominiert und führte auch das Rennen an. Da beförderte ihn Marquez mit einer rüden, lebensgefährlichen Attacke in der letzten Runde von der Piste und siegte. Lüthi kam noch auf Platz 5 und hat sich während der ganzen Saison mental nie mehr ganz von diesem Schock erholt.

Nun ist der Spanier in die MotoGP-Klasse aufgestiegen. Und sorgt auch hier gleich für Aufsehen. Nicht wegen seines guten Einstandes in der Königsklasse mit einem 6. Platz im Qualifying, direkt vor Valentino Rossi. Seine Bewunderer sprechen vielmehr von der dritten Töffrevolution.

Auf den Spuren von Saarinen und Roberts

Für die erste Revolution hatte Jarmo Saarinen zu Beginn der 1970er-Jahre gesorgt. Bevor der fliegende Finne kam, fuhren die Asphaltcowboys mit eng am Tank anliegenden Knien. Saarinen aber winkelte das Knie als erster ab und berührte damit den Asphalt – so wie wir das heute kennen. Er gewann 15 GP und den 250er-WM-Titel 1972. Er wäre einer der grössten aller Zeiten geworden. Aber er starb am 20. Mai 1973 in Monza den Rennfahrertod.

Die zweite Revolution provozierten die Amerikaner Ende der 1970er-Jahre. Allen voran Kenny Roberts. Sie steuerten ihre Maschinen übers Hinterrad. Sie liessen das Hinterrad durchdrehen und Rutschen. Auch das sehen wir heute immer noch.

Mit den Ellenbogen auf dem Asphalt

Und nun kommt Marc Marquez mit einem neuen, spektakuklären Fahrstil, der auf den TV-Bildern bereits einige Male sichtbar war. Er lehnt sich in Schräglage manchmal so weit von seiner Maschine, dass er mit dem Ellenbogen den Asphalt berührt. Es wird sich weisen, ob nur er als Ausnahmetalent so fahren kann oder ob dies tatsächlich die dritte Revolution des Fahrstils sein wird. Im Qualifying hielt sich der Moto2-Weltmeister jedenfalls noch zurück und fuhr die Kurven nicht mehr so spektakulär wie in den freien Trainings.

Das erste Qualifiying hat Weltmeister Jorge Lorenzo dominiert. Er hat seinen Teamkollegen (und Intimfeind) Valentino Rossi in die Schranken gewiesen. Der Italiener kam auf den 7. Platz und ist auch von Andrea Dovizioso (4.) auf der Ducati besiegt worden.

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