«Sorry, FCB»: FCZ-Fans schämen sich für Angriff
Aktualisiert

«Sorry, FCB»: FCZ-Fans schämen sich für Angriff

Bei den FCZ-Anhängern ist die Wut auf die Hitzköpfe in den eigenen Reihen gross.

von
Marco Lüssi

Nach dem Spiel im Basler St.-Jakob-Park vom Freitag ist der Frust bei den Anhängern des FC Zürich total: Zur 4:0-Klatsche gegen den Erzrivalen Basel kommen die lebensbedrohlichen Fackelangriffe aus dem Gästesektor der FCZ-Fans auf Anhänger des FC Basel, die dem Zürcher Klub eine hohe Busse oder gar Geisterspiele bescheren werden.

Für den Gewaltexzess haben selbst die glühendsten FCZ-Anhänger kein Verständnis: «Man greift einfach keine Menschen mit Fackeln an – auch keine FCB- oder GC-Fans», sagt Marcel Hofstetter, Präsident des Fanclubs Letzi. In dutzenden Einträgen unter dem Titel «Sorry, FCB» drücken Anhänger im FCZ-Forum ihre Beschämung und Bestürzung aus.

Noch sind die Täter nicht identifiziert – doch es soll sich um Mitglieder der Gruppierung K4 handeln. Diese hatte der FCZ bereits vor zwei Jahren aus dem Stadion verbannen wollen – worauf sich die Südkurve mit ihr solidarisierte. Damit ist es nun vorbei: «Wir distanzieren uns klar von K4», sagte ein führender Südkurven-Vertreter gestern zu 20 Minuten. Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Gefährdung des Lebens gegen die noch unbekannten Fackelwerfer. FCZ-Fans, die die Vorfälle auf Fotos oder Videos dokumentiert haben, bittet die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, sich unter der Nummer 061 267 71 71 zu melden.

Überwachung in Stadien

Trotz der Ereignisse in Basel ist der Schweizer Euro-Delegierte Benedikt Weibel zuversichtlich: «Solche Vorfälle wird es an der Euro 08 nicht geben», sagte er gegenüber der Zeitung «Sonntag». Ab der kommenden Spielsaison werden in Schweizer Sportstadien versuchsweise Filmaufnahmen gemacht und mit der Hooligan-Datenbank abgeglichen. Dadurch sollen mit Stadionverboten belegte, gewaltbereite Personen ausgemacht werden.

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