Luzern: Sou Kens Familie entsetzt über Anklage
Aktualisiert

LuzernSou Kens Familie entsetzt über Anklage

Daniel A.* muss sich vor Gericht «nur» wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Die Familie des Opfers Sou Ken T.* befürchtet ein zu geringes Strafmass.

von
Daniela Gigor

Die Untersuchung gegen den heute 51-jährigen Daniel A. ist abgeschlossen. Gemäss Untersuchungsbericht soll A. am 13. April 2009 betrunken seine damals 29-jährige Ex-Freundin Sou Ken T. (29) in ihrer Wohnung vorsätzlich getötet haben. Für dieses Delikt sieht das Strafgesetz mindestens fünf Jahre Haft vor. Zusätzlich wird A. noch der Besitz verbotener Pornografie vorgeworfen. Wann sich A. vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten muss, ist noch offen.

Die Familie des Opfers ist über die Anklage entsetzt: «Er hat meine Schwägerin kaltblütig und auf schreckliche Art ermordet», sagt Marcel Graf, der A. als «charmantes, intelligentes Monster» bezeichnet. Graf befürchtet nun ein zu mildes Urteil. «Sou Kens Stimme ist verstummt, sie kann die Angaben von A. weder bestätigen noch dementieren», sagt er.

Nach dem Beziehungsdelikt hatte A. anfänglich zwei Geständnisse abgelegt. Diese zog er später aber wieder zurück. Gegenüber der Polizei gab er an, er wisse nicht mehr, was passiert sei. Der mutmassliche Täter befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft, war aber auch während knapp drei Wochen in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte, gilt bis zum Urteil die Unschuldsvermutung.

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