«South Park»: Skandal-Folge doch ausgestrahlt
Aktualisiert

«South Park»: Skandal-Folge doch ausgestrahlt

Ein neuseeländischer TV-Sender hat trotz wütender Proteste von Christen und Muslimen eine umstrittene Folge der US-Comicserie «South Park» ausgestrahlt, die nach ihrer Ansicht die Jungfrau Maria beleidigt.

In der am Donnerstag gezeigten Episode «Bloody Mary» geht es um eine blutende Marienstatue. Das vermeintliche Wunder wird in der Folge aber nach Ermittlungen vom fiktiven Papst Benedikt XVI. als simple Menstruation gewertet.

Der neuseeländische Sender C4, der zu dem kanadischen Medienkonzern Canwest International gehört, konnte sich über ein starkes Zuschauerinteresse freuen. Die Quote war sechs Mal höher als üblich. Die katholischen Bischofskonferenz Neuseelands und auch der Islamische Bund Neuseelands hatten gegen die Ausstrahlung der Folge protestiert.

Maria verunglimpft

Der Präsident der katholischen Bischofskonferenz Neuseelands, Denis Browne, sagte, er sei «bitter enttäuscht» über die Entscheidung, die Folge auszustrahlen und kündigte eine Kampagne gegen den Sender an.

«Wie die Katholiken und die grössere christliche Familie sind auch die muslimischen Bürger Neuseelands geschockt und fühlen sich zutiefst beleidigt von der Darstellung der Mutter Jesu in einer derart geschmacklosen Weise», erklärte der Präsident des Islamischen Bundes Neuseeland, Javed Khan. «Wir betrachten Maria als Beispiel für einen perfekten Menschen. Dieser Zeichentrickfilm erniedrigt nicht nur ihre Person, sondern auch die, die sie verehren, und die gesamte Menschheit.»

Ausstrahlung vorverlegt

Angesichts des öffentlichen Aufruhrs hatte sich der Sender entschieden, die eigentlich erst für Mai angesetzte Folge bereits am Mittwoch zu zeigen. Es mache keinen Sinn, die Proteste sich wochenlang hinziehen zu lassen, erklärte ein Sprecher. Wer die Sendung nicht sehen wolle, solle sie sich nicht anschauen, sagte C4. (dapd)

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