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Sowas wie Herzblut.

Meine eigene, wichtigste und persönlichste Erfahrung zum Médoc hat viel mit dem Château Palmer zu tun.

Ich war noch ein (relativ) junges Mädchen und das Internet-Shopping stand ebenfalls erst in seinen Anfängen.

Jedenfalls war mein allererstes Online-Shopping-Erlebnis der Kauf „meines" Jahrgangs dieses Châteaus. Diese Flasche hat einen ganz besonderen Platz in meinem Keller. Ich glaube nicht, dass ich es jemals übers Herz bringen werde sie zu öffnen.

Château Palmer. Dies bedeutete für mich lange Zeit „Herzklopfen und Ehrfurcht". Doch bei meinem Besuch auf diesem Gut fühlte ich mich so, als sei ich in einem Roman von Oscar Wilde gelandet. Gediegen, keine Frage. Stilvoll. Elegant. Dennoch unglaublich entspannt und humorvoll, heimelig und einfach wunderbar.

Herzklopfen und Ehrfurcht habe ich trotzdem, wenn ich den Zapfenzieher in den Korken einer Flasche Palmer drehe. Das letzte Mal war's besonders schlimm, weil es sich um eine Flache mit dem Jahrgang meines Sohnes handelte; und ich doch eigentlich alles für ihn aufbewahre. Nun ja, er kann noch nicht gut lesen.

2009 Château Palmer. 3e Cru Classé, Margaux AOC

Es ist beinahe unmöglich, diesen Wein zu beschreiben ohne kitschig zu klingen. Darum halte ich mich kurz: Extrem dunkle Farbe. Extrem betörende Nase. Extrem trinkanimierend. Und extra extrem bitter, wenn die Flasche leer ist.

Oder um es mit den Worten von Oscar Wilde zu sagen:

"Mit dem Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme von allem nur das Beste."

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