Deutschland: Sozialdemokraten stellen sich hinter Steinmeier
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DeutschlandSozialdemokraten stellen sich hinter Steinmeier

Die deutschen Sozialdemokraten haben sich am Samstag in Berlin hinter Aussenminister Frank-Walter Steinmeier als ihren Kanzlerkandidaten gestellt. Für seinen Aufruf, bei der Wahl im nächsten Jahr einen Sieg zu erkämpfen, gab es grossen Beifall.

Bei dem Sonder-Parteitag wurde Steinmeier nach seiner langen Rede mit grossem Applaus von den mehr als 500 Delegierten gefeiert. Der Aussenminister und Partei-Vize sagte, er habe sich geprüft und nicht leichtfertig entschieden.

Er sei bereit, das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen. «Ich rufe Euch auf: Weg mit dem Kleinmut, zeigt Zuversicht und zeigt Selbstbewusstsein», rief er den Delegierten zu.

Steinmeier sprach von neuen Chancen für eine soziale Demokratie, gerade wegen der aktuellen Krise der Finanzmärkte. «Wir stehen am Anfang einer neuen Zeit», sagte er. Er wolle als Kanzler dafür sorgen, «dass das Verhältnis von Politik und Wirtschaft wieder ins rechte Lot kommt».

Der Sozialdemokrat warf den Unions-Parteien, mit denen die SPD derzeit in einer grossen Koalition regiert, einen Zickzack-Kurs vor. Die «Wendehälse» seien wieder da. «Da ist viel Taktik, aber kein Kompass bei dieser Union!»

Nach Steinmeiers Wahl sollte Franz Müntefering zum neuen Parteichef gewählt werden. Er hatte dieses Amt von 2004 bis 2005 bereits inne. Die Wahl eines neuen Parteichefs war notwendig geworden, nachdem der SPD-Vorsitzende Kurt Beck überraschend am 7. September von dem Amt zurückgetreten war. Beck kam nicht zu dem Parteitag.

(sda)

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