Sozialdetektive mit hoher Erfolgsquote
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Sozialdetektive mit hoher Erfolgsquote

Die vor einem halben Jahr in Zürich eingeführten Inspektoren zur Ahndung des Missbrauchs von Sozialhilfegeldern bewähren sich. Von den bisher abgeschlossenen Verfahren konnte bei über zwei Dritteln der Missbrauchsverdacht erhärtet werden.

Anfangs Juli 2007 verschärfte Zürich mit drei neuen Sozialdetektiven die Gangart gegen den Missbrauch von Sozialhilfegeldern. Gemäss einer ersten Bilanz haben diese bisher 100 Ermittlungen durchgeführt, 29 wurden abgeschlossen. 76 Prozent aller Betroffenen haben einen «Migrationshintergrund».

Bei 21 erhärtete sich der Verdacht des Sozialmissbrauchs, gegen sieben wurde in Zwischenzeit eine Strafanzeige eingereicht. In der Mehrheit der Fälle deklarierten Klienten der Zürcher Sozialhilfe Nebeneinkünfte oder ihre Autos nicht. Aber auch durch falsche Angaben zur Haushaltgrösse oder nicht deklarierte Vermögenswerte wurden zu hohe Sozialhilfebeträge erschlichen.

Zwar sei die Untersuchungszeit noch zu kurz, um erhärtete Aussagen zu machen, räumte Urs Lauffer von der Zürcher Sozialbehörde vor den Medien ein. Vom hohen Anteil von über zwei Dritteln erhärteter Fälle nach dem Anfangsverdacht sei er aber sehr überrascht.

Sollte sich dies künftig erhärten, müsse über eine Verschärfung der Massnahmen gegen den Sozialhilfemissbrauch nachgedacht werden. Es stehe ausser Zweifel, dass die Sozialinspektoren eine wichtige neue Massnahme gegen den Sozialmissbrauch seien, die sich bewähre. Lauffer räumte ein, dass die Stadt Zürich zu lange gewartet habe mit deren Einführung. (sda)

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