Aktualisiert 24.05.2007 10:35

Soziale Sicherheit kostet 135,5 Milliarden

In der Schweiz beliefen sich die Kosten für die soziale Sicherheit für das Jahr 2005 auf 135,5 Milliarden Franken. Der Anstieg beträgt im Vergleich zum Vorjahr 2,7 Prozent. Das ist die niedrigste Zunahme seit 1999.

Der Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandprodukt (BIP) wird für 2005 auf 29,7 Prozent geschätzt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Im Jahr 2004 erreichten die Sozialausgaben eine Höhe von rund 132 Milliarden Franken.

Für den Anstieg verantwortlich seien höhere Ausgaben der obligatorischen Krankenpflege- und Unfallversicherung sowie der Sozialhilfe.

Die Einnahmen für die soziale Sicherheit haben sich 2005 um 9 Prozent auf 161,2 Milliarden Franken erhöht. Diese markante Zunahme ist gemäss BFS auf die Entwicklung an den Börsen zurückzuführen, von der die Vermögenserträge der Pensionskassen abhängen.

Spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Zum verlangsamten Wachstum der Sozialausgaben habe weiter die verbesserte Arbeitsmarktsituation und die Einführung der 4. IV- Revision beigetragen. Hingegen werde immer häufiger Sozialhilfe in Anspruch genommen, hiess es weiter.

44 Prozent der Sozialleistungen betrafen die Altersvorsorge, 27 Prozent wurden für Krankenpflege und Gesundheitsvorsorge ausgegeben und 13 Prozent für Invalidität. Hinterbliebene machten 4,3 Prozent, Familien und Kinder 4,7 Prozent und Arbeitslose 4,4 Prozent der Aufwendungen aus.

Seit 2000 ist der Anteil der Altersvorsorge an den Gesamtausgaben leicht rückläufig, jener bei Gesundheit und Invalidität nimmt weiter zu. Aufgrund des demografischen Alterungsprozesses, steigender Gesundheitskosten, dem Aufbau der beruflichen Vorsorge und der wirtschaftlichen Entwicklung ist längerfristig weiterhin mit höheren Sozialausgaben zu rechnen.

Pensionskassen spielen zentrale Rolle

Über die Hälfte der Gesamteinnahmen der sozialen Sicherheit stammen aus den Beiträgen von Arbeitgebern, Arbeitnehmenden und Selbstständigen. Der Anteil der Krankenversicherungsprämien liegt bei 9,5 Prozent. Die öffentliche Hand steuert 22 Prozent an die Einnahmen bei (Bund: 10%, Kantone: 9%, Gemeinden: 3%).

Der Anteil aus Vermögenserträgen macht laut BFS 17 Prozent aus. Dies verweise auf die zentrale Rolle der Pensionskassen im Schweizer Sozialsystem.

1970 beliefen sich die Gesamtausgaben noch auf lediglich 11 Milliarden Franken. Seither ist das System der sozialen Sicherheit vor allem bei AHV und IV kontinuierlich ausgebaut worden. 1990 mussten 64 Milliarden, im Jahr 2000 bereits 114 Milliarden Franken aufgewendet werden. (sda)

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