Gegen Hängematten-Mentalität: Sozialhilfe Burgdorf nimmt Jugendliche in die Pflicht

Aktualisiert

Gegen Hängematten-MentalitätSozialhilfe Burgdorf nimmt Jugendliche in die Pflicht

Die Stadt Burgdorf verknurrt neu junge Sozialhilfebezüger zu Extra-Coachings. Wer zu diesen nicht erscheint, dem streichen die Behörden das Geld.

von
Nina Jecker

Jugendliche Sozialhilfebezüger in Burgdorf müssen bald Engagement zeigen. Auf sie warten ab Freitag intensive Beratungen und Motivationskurse. «Wir wollen verhindern, dass sich bereits Teenager damit abfinden, von der Sozialhilfe zu leben», sagt Gemeinderätin Annette Wisler Albrecht.

Dies drohe besonders bei Jugendlichen, bei denen schon die Eltern ohne Job sind. «Finden die Jungen nach der Schule dann keine Lehrstelle, führt das teilweise zu einer Art Hängematten-Mentalität, bei der gar keine Motivation mehr da ist», so Wisler Albrecht ­weiter.

Die zusätzlichen Beratungen und Schnupper-Praktika sind für Sozialhilfeabhängige zwischen 18 und 25 Jahren Pflicht. Wer nicht mitmacht, dem werden die Leistungen gekürzt oder sogar gestrichen. «Wir wollen vor allem motivieren und Chancen bieten», sagt die Burgdorfer Sozialarbeiterin Simona Steibli. «Will aber jemand überhaupt nicht aktiv werden, können wir mit den Kürzungen Druck machen.»

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