Aktualisiert 23.06.2011 21:40

Luzern

Sozialhilfe um 120 000 Franken betrogen

Sozialhilfe beziehen und nebenbei schwarz arbeiten: So soll ein 58-jähriger Schweizer insgesamt rund 120 000 Franken ergaunert haben. Am Mittwoch stand er vor dem Kriminalgericht.

von
Lena Berger

Jahrelang soll F.M.* die Sozialhilfe an der Nase herumgeführt haben. Bereits 2005 wurde festgestellt, dass er trotz ärztlich bescheinigter Arbeitsunfähigkeit als Hauswart arbeitete. Im Januar 2006 wurde er deshalb verpflichtet, die von der Sozialhilfe erschlichenen 42 860 Franken zurückzubezahlen. Nur ein Jahr später bezog der heute 58-Jährige erneut Sozialleistungen. Nebenbei führte er ein Kleinunternehmen, besass mehrere Fahrzeuge und hatte einen Lagerraum gemietet. Fast vier Jahre lang wurde er nicht entdeckt. Dann kam man ihm durch eine Observation auf die Schliche. Die Deliktsumme: rund 75 450 Franken. Bei der Befragung sagte M., er wäre ohne das Geld des Sozialamtes «nicht auf einen grünen Zweig gekommen». Die Staatsanwaltschaft fordert wegen gewerbsmässigen Betrugs eine Haftstrafe von 20 Monaten. Die Verteidigung plädierte beim ersten Delikt auf ­Betrug, im zweiten aber auf Freispruch. «Das Sozialamt kann nicht arglos gewesen sein», so Anwältin Vida Hug. Das Urteil steht noch aus.

F.M. ist kein Einzelfall. «Pro Jahr werden in der Stadt Luzern rund 25 Fälle von unberechtigtem Sozialhilfebezug bekannt. In zwei Dritteln der Fälle werden die Behörden bewusst getäuscht», so Andreas Schacher vom Rechtsdienst der Sozialhilfe. Häufigste Masche: ausserhalb der Stadtgrenzen schwarz zu arbeiten.

* Name der Redaktion bekannt

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