Aktualisiert 04.05.2012 21:44

Sprunghafter AnstiegSozialhilfebetrug - doppelt so viele Fälle aufgeklärt

In Zürich sind letztes Jahres doppelt so viele Anklagen im Zusammenhang mit Sozialhilfmissbrauch eingegangen wie im Vorjahr. Die Zürcher Zahlen sollen ein nationaler Trend sein.

von
feb
Die Zahl der gemeldeten Fälle von Sozialhilfebetrug hat stark zugenommen in Zürich.

Die Zahl der gemeldeten Fälle von Sozialhilfebetrug hat stark zugenommen in Zürich.

Die Massnahmen bei der Aufklärung von Sozialhilfemissbrauch zeigen offenbar erste Auswirkungen. Die Stadt Zürich vermeldet laut einem Bericht von «10vor10» einen sprunghaften Anstieg der gemeldeten Sozialhilfebetrug-Fälle. Gemäss dem Oberstaatsanwalt des Kantons waren es 2011 115 Fälle, ein Jahr zuvor lediglich 48 Fälle. Seit 2009 hat sich die Zahl mehr als verdreifacht.

Walter Schmid, Präsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, spricht von einem möglichen schweizweiten Trend. «Ich gehe davon aus, dass überall im Land die Zahlen in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen sind,» so Schmid gegenüber dem Magazin. Er glaube jedoch nicht, dass die tatsächliche Zahl der Missbräuche angestiegen sei. Die Behörden würden heute viel mehr aufklären, strenger beurteilen und rascher Strafanzeigen erstatten als früher.

Das Sozialdepartement der Stadt Zürich wertet die neuen Zahlen als Beleg für den Erfolg der Missbrauchs-Bekämpfung. Thomas Meier, Sprecher des Sozialdepartements, sagt: «Wir haben die Missbrauchs-Bekämpfung vor fünf Jahren verstärkt, indem wir die Sozialinspektoren und ein Team für die vertiefte Abklärungen eingeführt haben.» Heute könne jeder Verdacht mit geeigneten Mitteln verfolgt werden. Erhärte sich ein Verdachtsmoment, werde konsequent Anzeige erstattet.

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