Visp VS: Sozialhilfeempfängerin muss mit Tochter in einem Zelt leben

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Visp VSSozialhilfeempfängerin muss mit Tochter in einem Zelt leben

In der Walliser Gemeinde Visp ist die Wohnungsnot so gross, dass eine Sozialhilfeempfängerin und deren Tochter gezwungen waren, in einem Zelt auf dem Campingplatz in Visp zu wohnen.

von
Simone Quaderer
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Eine Sozialhilfeempfängerin und ihre Tochter wohnen seit einer Woche in einem Zelt auf dem Campingplatz in Visp.

Eine Sozialhilfeempfängerin und ihre Tochter wohnen seit einer Woche in einem Zelt auf dem Campingplatz in Visp.

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Das SZM sucht schweizweit mit Hochdruck nach einer Wohnung für die Frauen.

Das SZM sucht schweizweit mit Hochdruck nach einer Wohnung für die Frauen.

Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis

Darum gehts

In Visp ist die Anzahl der Leerwohnungen schweizweit am niedrigsten. Dies aufgrund des Booms im Oberwalliser Wohnungsmarkt, wie der «Walliser Bote» berichtet. Die Mieten für die wenigen freien Liegenschaften sind daher hoch. Für eine Sozialhilfeempfängerin und ihre Tochter hat die Wohnungsnot einschneidende Folgen. Zurzeit leben die beiden Frauen mitsamt ihren vier Hunden in einem Zelt auf dem Campingplatz Visp.

Wie es im Artikel weiter heisst, konnte die Opferhilfe Oberwallis vor einem Monat die Frau und ihre 17-jährige Tochter zurück nach Visp holen. Zuvor lebten sie in Österreich, wo die 59-Jährige von ihrem Partner geschlagen wurde, weshalb sie auch in einer Notschlafstelle landeten. In Visp erhielten sie und ihre Tochter vom Sozialmedizinischen Zentrum SMZ eine Unterkunft. Wie die gebürtige Brigerin sagt, mussten die beiden das Haus aber wieder verlassen. Sie wurden zunächst in einem Hotel untergebracht. 

Keine Kritik an Sozialmedizinischem Zentrum

Doch auch im Hotel konnten Mutter und Tochter nicht lange bleiben und wurden auf den Campingplatz in Visp verwiesen. Dort kamen sie für einige Nächte in einem Bungalow unter, bevor man sie wiederum wegschickte. So kam es, dass die beiden Frauen nun in einem Zelt auf dem Campingplatz leben.

Die Betroffene will das Sozialmedizinische Zentrum aber nicht kritisieren. Wie sie im Interview mit dem «Walliser Boten» meint, würde das SMZ mit Hochdruck nach einer Lösung suchen. So werde schweizweit nach einer Wohnung gesucht. Das Budget der Sozialempfängerin: 900 Franken im Monat. 

Kurzfristige Lösung

Die Betriebsleiterin des Campings Helga Hreinsdottir meint, dass es in diesem Falle ihr Wunsch war, den Menschen kurzfristig zu helfen. Dabei betont sie aber, dass der Platz keine Lösung für Wohnungssuchende sei. Die Frauen müssten noch vor Auffahrt den Campingplatz verlassen.

20 Minuten konnte den Geschäftsleiter des Sozialmedizinischen Zentrums Willy Loretan nicht erreichen. Gegenüber dem «Walliser Boten» sagt er, dass er aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine konkrete Aussage machen könne. Die erforderlichen Stellen seien aber informiert und involviert. Gemäss Loretan seien die Region sowie die öffentliche Hand und die Organisationen daran, Lösungen für die Zukunft aufzuzeigen.

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