Hollande vs. Aubry: Sozialisten entscheiden über Sarkozy-Gegner
Aktualisiert

Hollande vs. AubrySozialisten entscheiden über Sarkozy-Gegner

Heute entscheidet sich, wer im kommenden Jahr gegen Nicolas Sarkozy um das Amt des französischen Präsidenten streitet: Favorit François Hollande oder Aussenseiterin Martine Aubry.

François Hollande und Martine Aubry kämpfen um die Gunst der Sozialisten.

François Hollande und Martine Aubry kämpfen um die Gunst der Sozialisten.

In Frankreich hat am Sonntag die Stichwahl für die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten (PS) begonnen. Die Wähler entscheiden dabei, wer im kommenden Jahr für die grösste Oppositionspartei des Landes gegen Präsident Nicolas Sarkozy antritt.

Die Wahlbeteiligung ist sehr hoch. Bis 13 Uhr hätten fast 870 000 Menschen ihre Stimme abgegeben, sagte der kommissarische Parteivorsitzende Harlem Désir am Sonntag.

Das seien sieben Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt beim ersten Wahldurchgang am vergangenen Sonntag. Bei der Wahl, die einen Herausforderer der Sozialisten für Staatspräsident Nicolas Sarkozy bestimmen soll, stehen sich die Parteichefin Martine Aubry und deren Vorgänger François Hollande gegenüber.

Hollande Favorit

Der 57-jährige François Hollande gilt als Favorit und stimmte schon am frühen Morgen ab. Die 61-jährige Parteichefin Martine Aubry hatte zuletzt jedoch in den Umfragen aufgeholt, so dass ein knappes Rennen erwartet wird.

Sie betonte bei ihrer Stimmabgabe, dass sie nicht für eine Spaltung, sondern die Sammlung der Linken stehe. Das gelte auch auf europäischer Ebene, wo ein politischer Wandel nötig sei. Beide Spitzenpolitiker hatten bei der ersten Vorwahlrunde die meisten Stimmen, aber keine absolute Mehrheit erzielt.

Montebourg für Hollande

Der überraschend auf dem dritten Rang platzierte Arnaud Montebourg gab am vergangenen Freitag seine Wahlempfehlung zugunsten Hollandes ab. Er erwarte sich von Hollande bessere Chancen im Kampf um die präsidentschaft, sagte der globalisierungskritische Anwalt Montebourg.

Die PS hat erstmals in ihrer Geschichte derartige Vorwahlen organisiert. Zur Abstimmung aufgerufen sind alle linksgerichteten Franzosen unabhängig davon, ob sie der PS angehören.

Die Führung der Parti Socialiste (PS) setzt auf eine ähnlich hohe Beteiligung wie bei der ersten Wahlrunde, als 2,7 Millionen Franzosen abstimmten. Die Wahllokale schliessen um 19.00 Uhr. Mit Hochrechnungen wurde gegen 21.30 Uhr gerechnet. (sda)

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