Frankreich: Sozialisten überprüfen das Ergebnis
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FrankreichSozialisten überprüfen das Ergebnis

Die französischen Sozialisten (PS) haben mit der Überprüfung der von Chaos und Streit überschatteten Stichwahl um den Parteivorsitz begonnen. In Paris kam am Vormittag eine parteiinterne Untersuchungskommission zusammen.

Die Kommission soll Berichten über Wahlpannen und Manipulationen nachgehen. Sie soll alle Abstimmungsergebnisse überprüfen, die von einem der beiden Lager angefochten werden.

Die Untersuchungskommission setzt sich aus Vertretern beider Parteilager zusammen. Geleitet wird das Gremium vom ehemaligen Innenminister Daniel Vaillant.

Ihre Schlussfolgerungen werden dem Parteirat vorgelegt, der das Abstimmungsergebnis offiziell absegnen muss. Er soll am Dienstagabend zusammentreten.

Äusserst knappes Ergebnis

Die Kampfabstimmung der Parteimitglieder über die neue Führung war am Freitagabend mit einem äusserst knappen Ergebnis zu Ende gegangen.

Die ehemalige Arbeitsministerin Martine Aubry gewann mit nur 42 Stimmen Vorsprung. Ihre Konkurrentin Ségolène Royal und deren Mitkämpfer fechten das Ergebnis an und sprechen von Mogeleien, unter anderem in Lille, wo Aubry Bürgermeisterin ist.

Der Royal-Vertraute Manuel Valls kündigte am Sonntag deswegen Klage wegen Urkundenfälschung an. Die PS-Vertretung in Lille will ihrerseits Valls wegen Verleumdung vor Gericht bringen.

Royal verlangt deutlichen Abstand

Royal sagte am Montag dem Radiosender France Inter, sie habe «volles Vertrauen» in die Arbeit der Kommission. Wenn diese sie zur Verliererin erkläre, werde sie dies zur Kenntnis nehmen.

Allerdings müsse der Abstand zwischen ihr und ihrer Rivalin gross genug sein. Bei nur zehn Stimmen Unterschied werde sie weiter eine Neuwahl verlangen, erklärte die Ex-Präsidentschaftskandidatin.

Die PS ist auf nationaler Ebene derzeit stärkste Oppositionspartei in Frankreich und hat rund 230 000 Mitglieder. (sda)

Stimmen werden neu ausgezählt

Das «Psychodrama» der französischen Sozialisten auf der Suche nach einem neuen Parteichef ist in die nächste Runde gegangen. Die Wahlkommission begann am Montag mit der Neuauszählung der Urabstimmung, nachdem die unterlegene Expräsidentschaftskandidatin Ségolène Royal ihrer siegreichen Gegnerin, der früheren Arbeitsministerin Martine Aubry, Betrug vorgeworfen hatte. Aubry gewann die Wahl vom Freitagabend mit einem Vorsprung von 42 von insgesamt 135.000 Stimmen. Royal erkennt den Sieg aber nicht an und hat eine Wahlwiederholung gefordert. (AP)

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