«Glück in kleinen Dosen»: Sozialsatire der Extraklasse: Das Leben in der Vorstadthölle
Aktualisiert

«Glück in kleinen Dosen»Sozialsatire der Extraklasse: Das Leben in der Vorstadthölle

«Glück in kleinen Dosen» – notabene nicht in Schweizer Kinos
gelaufen – ist ein echter
Geheimtipp.

In der Tradition berühmter Sozialsatiren wie etwa «American Beauty» erzählt der Film von den Abgründen in Amerikas Vorstadthölle, wo Eltern sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Stattdessen vertrauen sie auf kleine Glücksmacher und Ruhigsteller in Pillenform.

Doch immer der Reihe nach: Hauptfigur der Geschichte ist der Teenager Dean Stiffle («Billy Elliot»-Hauptdarsteller Jamie Bell). Dean muss nicht nur das ständige Selbsthilfe-Psychogeschwätz seines Vaters mitanhören, sondern auch den Selbstmord seines besten Kumpels Troy verarbeiten. Als Troys Freundin Crystal mit ihrer Clique Dean dazu drängt, Troys verschollenes Drogenarsenal zu bergen, gerät die Situation endgültig ausser Kontrolle: Um den Druck auf Dean zu erhöhen, soll sein kleiner Bruder entführt werden.

Satire? Drama? Komödie? «Glück in kleinen Dosen» ist alles zugleich. Der Jubel, der dem Film beim renommierten Independent-Festival Sundance entgegenschlug, resultiert aber nicht nur aus dem gelungenen Genre-Mix, sondern auch aus Posins genauer Beobachtungsgabe: Der junge Regisseur spickt das überdrehte Spektakel gekonnt mit nachdenklichen Momenten und bringt grosse Einfühlsamkeit für die Hauptfigur auf. Ein echter Geheimtipp eben.

Philippe Zweifel

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